Liberia: Frauendemo für Verstärkung der Friedenstruppe

28. August 2003, 17:33
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Kämpfe dauern an - SOS-Kinderdorf geplündert

Monrovia - Hunderte Liberianerinnen haben angesichts anhaltender Kämpfe außerhalb der Hauptstadt Monrovia für eine schnelle Verstärkung der internationalen Friedenstruppe demonstriert. Die USA müssten ihren Einfluss nutzen, um die Entsendung der Soldaten zu beschleunigen, forderten die Organisatoren des Marsches, der am Donnerstag vor der US-Botschaft und vor dem Sitz der westafrikanischen Friedenstruppen Halt machte.

Vor den Gefechten im Hinterland sind tausende Dorfbewohner auf der Flucht Richtung Monrovia. Die bislang 1.500 Soldaten der westafrikanischen Friedenstruppe sind vorerst nur in der liberianischen Hauptstadt stationiert, wo seit Unterzeichnung eines Friedensvertrags vor gut einer Woche weitgehende Ruhe herrscht. Für einen Einsatz außerhalb Monrovias fehlte bis Donnerstag weiterhin die notwendige Verstärkung aus Ghana, Mali und Senegal.

Kinderdorf geplündert

Im westafrikanischen Liberia ist das SOS-Kinderdorf Juah Town von marodierenden Milizen vollständig geplündert worden. Menschen kamen nach Angaben des Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland vom Donnerstag jedoch nicht zu Schaden. Das Kinderdorf liegt 40 Kilometer nördlich der umkämpften Hafenstadt Buchanan.

Das SOS-Kinderdorf Juah Town war vor drei Jahren bezogen worden. Im vergangenen Mai mussten die Kinder erneut evakuiert werden, als der Bürgerkrieg sich in der Region verschärfte.

Im SOS-Kinderdorf Monrovia läuft den Angaben zufolge mittlerweile das Hilfsprogramm für die Not leidenden Flüchtlinge: Derzeit werden Nahrungsmittel an die 5.000 Menschen verteilt, die seit Wochen im Kinderdorf Zuflucht suchen. Die neue SOS-Klinik im Zentrum von Monrovia soll noch in dieser Woche ihren Betrieb aufnehmen. (APA/dpa)

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    Die Demonstration führte zur US-Botschaft und zum Sitz der westafrikanischen Friedenstruppen

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