Afrikadorf: FPÖ für sofortige Schließung, Grüne für Fortführung

14. September 2003, 15:19
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Kabas befürchtet Kontakt von Kindern mit Drogenkriminalität

Die Zukunft des Afrikadorfs im Wiener Stadtpark, in dem im vergangenen Juli der Mauretanier Cheibani W. nach einem Einsatz von Rettung und Polizei verstarb, hat am Donnerstag für diametral entgegengesetzte Forderungen bei FPÖ und Grünen gesorgt: Während der Wiener FP-Obmann Hilmar Kabas die sofortige Schließung verlangte und vor Drogenkriminalität warnte, sprach sich der Grüne Rathaus-Klubchef Christoph Chorherr für eine Weiterführung im kommenden Jahr aus.

"Wienweite Problem von schwarzafrikanischen Drogenhändlern"

Dass der Mauretanier laut einem Verschlussakt des Innenministeriums unter Drogen gestanden sein soll, nährt für Kabas den Verdacht, dass "das wienweite Problem von schwarzafrikanischen Drogenhändlern" im Wiener Stadtpark seine Fortsetzung finde. Er verwies auch darauf, dass die Gemeinde Wien beim "Ferienspiel" mit dem Afrikadorf kooperiere. Wiener Kinder und Jugendliche könnten dadurch "quasi von Amts wegen" in Kontakt mit Drogenkriminalität gebracht werden, befürchtete Kabas in einer Aussendung.

"Solche Aussagen entbehren jedwedes politisches Verantwortungsbewusstsein"

Andreas Kollross, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), sieht sich in seiner Meinung über den Zustand der FPÖ durch die jüngsten Aussagen des Wiener FP-Politikers Kabas bestätigt.

"Die Forderung der Wiener FP nach Schließung des Afrikadorfes ist ein weiterer Versuch, sich durch Fremdenfeindlichkeit zu profilieren. Kabas will durch fremdenfeindliche Vorurteile und Verallgemeinerungen gegenüber der Bevölkerung punkten. Dies beweist einmal mehr, dass die FPÖ keine Partnerin für die Sozialdemokratie sein kann", so Kollross in einer Aussendung und meint weiter "die FPÖ macht sich wieder einmal der sozialen Brandstiftung schuldig. Solche Aussagen haben in der Politik nichts zu suchen. Das Afrikadorf ist ein wesentlicher Schritt in Richtung multikultureller Verständigung. In diesem Sinne ist sein Weiterbestehen absolut begrüßenswert. Die politische Haltung von Kabas hingegen ist mehr als entbehrlich".

Neuer Standort gesucht

Chorherr und die nicht amtsführende Stadträtin der Grünen, Maria Vassilakou, sprachen sich dagegen für eine Fortführung im kommenden Jahr und eine Subventionierung durch die Stadt aus. Nach dem Todesfall und den beiden Brandanschlägen würden für die Abgangsdeckung 15.000 Euro benötigt, so die Grünen. Für nächstes Jahr soll ein neuer Standort gefunden werden: Nach Angaben der Grünen will das Stadtgartenamt den Stadtpark nicht mehr zur Verfügung stellen. (APA/red)

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