Fund aus der Spätantike in Linz

28. August 2003, 19:49
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Skelett eines zwölfjährigen Kindes aus den "dunklen Jahrhunderten" entdeckt

Linz - Ein sensationeller Fund aus der Zeit der so genannten "dunklen Jahrhunderte" - Spätantike - ist auf der so genannten "Keplerwiese" am Linzer Schlossberg gemacht worden, wie der Archäologe Erwin Ruprechtsberger am Donnerstag in einer Presseaussendung der Stadt Linz bekannt gab. Bei den jüngsten archäologischen Ausgrabungen wurde das Skelett eines etwa zwölfjährigen Kindes aus dem vierten bis fünften Jahrhundert nach Christus entdeckt.

Grab freigelegt

Die seit mehreren Jahren laufenden archäologischen Arbeiten werden seit Anfang des Monats auf der Keplerwiese fortgesetzt. Die verschiedenen historischen Siedlungsschichten reichen bis zu drei Meter unter die derzeitige Erdoberfläche. Das nun entdeckte Skelett befinde sich in einem Kindergrab neben einem Abwasserkanal aus der Spätantike, so Ruprechtsberger. Das Kind wurde offenbar im Inneren eines Hauses bestattet. Das Grab werde nun "sorgfältigst" freigelegt und auf Beigaben untersucht.

Zu den weiteren Funden aus der Spätantike zählen Keramik mit Glasur, Münzen und Schmucknadeln aus Bronze. Die Römische Kaiserzeit sei unter anderem nachweisbar durch Baumaterialien und Importgefäßen aus der oberitalienischen Po-Ebene sowie aus Südgallien in Frankreich, erklärte Ruprechtsberger. Durch Gefäße und Reste von Holzbauten könne zudem die davor liegende spätkeltische Zeit, durch Funde und Steingeräte sogar auch die Jungsteinzeit dokumentiert werden.

Als weiteres bedeutendes Ergebnis der Grabungen zeichne sich ein mächtiger Graben aus der Franzosenzeit um 1800 ab, der vermutlich zu einer Geschützstellung gehörte. Damit könne die Zeit der Franzosenkriege in und um Linz durch Fundmünzen aus der Grabensohle und Keramik erstmalig archäologisch dokumentiert werden.(APA)

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