Raiffeisen will noch heuer Immo-Fonds mit neuem Partner Curzon lancieren

31. August 2003, 20:55
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Acht Milliarden Euro Marktpotenzial in Österreich

Wien - Die Raiffeisen Fondsgesellschaft Raiffeisen Capital Management geht noch heuer mit einem offenen Immobilienfonds an den Start. Nachdem mit 1. September die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen für Immobilienfonds in Kraft treten, will die Fondsgesellschaft noch im vierten Quartal je ein Produkt für Privatanleger und institutionelle Investoren lancieren. Für das Fondsmanagement der beiden Produkte hat Raiffeisen Capital den international tätigen Immobilienfondsmanager Curzon Global Partners mit Sitz in London an Bord geholt.

Generell erwartet Raiffeisen Capital Management für den österreichischen Immobilienfonds-Markt eine ähnliche Erfolgsstory wie in Deutschland. "Wir sind nicht nur froh, dass das Immobilienfondsgesetz kommt, sondern haben es auch in der Vorphase mitgefordert", zeigt sich Raiffeisen Capital Management-Geschäftsführer Mathias Bauer vor Journalisten zufrieden. Immobilienfonds seien gerade in Zeiten volatiler Märkte ein sinnvolles Instrument der Risikostreuung neben Aktien und Anleihen. Zudem biete das neue Gesetz stärkeren Anlegerschutz im Vergleich zu den bestehenden Immobilien-Produkten. Auch werden bei den neuen offenen Immobilienfonds die Anteilsscheine jederzeit zum Rechenwert ausgegeben, der Preis ist damit nicht mehr abhängig von Angebot und Nachfrage bzw. der Liquidität am Markt.

1,6 Milliarden Potenzial

Auf Zehn-Jahressicht schätzt das Investmenthaus den heimischen Markt auf ein Volumen von 8 Mrd. Euro. Mit den eigenen Immobilienfonds-Produkten will Raiffeisen Capital Management in diesem Zeitraum ein Volumen von rund 1,6 Mrd. Euro und damit einen Marktanteil von rund 20 Prozent erreichen. Als Zielgruppen sieht Raiffeisen vermögende Kunden, die mit Immobilienfonds bestehende Portfolios diversifizieren wollen, will aber verstärkt auch neue Kundengruppen gewinnen. "Immobilien sagen jedem was und werden mit einem sicheren Investment verbunden", erläutert Raiffeisen Capital-Geschäftsführer Andreas Zakostelsky. Damit seien Immobilienfonds ein gutes Einsteigerprodukt für jene Kunden, für die ein Aktienfonds noch zu "abstrakt" klingt.

Die für die eigenen Fonds neu zu gründende Raiffeisen Immo KAG soll mit mindestens 150 Mio. Euro Fondsvolumen starten. Investiert werden soll in werthaltige risikoaverse Objekte in ganz Westeuropa, Objekte aus Zentral- und Osteuropa (CEE) sollen später beigemischt werden. In der "Endausbaustufe" soll eine Diversifikation in zumindest 20 Objekte mit einem Wert von je 20 bis 35 Mio. Euro erreicht werden. Bei der Auswahl der Objekte verfolge der neue Partner Curzon einen paneuropäischen Bottom-Up-Ansatz. Mit Büros in London, Paris, Mailand, Stockholm, Warschau, Prag und Budapest verfüge Curzon hier über die nötige Research-Expertise vor Ort. Erträge sollen dabei vor allem aus langfristigen Miet- und Pachteinnahmen und nicht durch schnelle Verwertungsgewinne erzielt werden, erläutert Bauer. Mit dieser Strategie peilt das Haus eine möglichst konstante Jahresperformance von fünf bis sechs Prozent nach Kosten an.

Mit der Verpflichtung eines externen Partners für das Fondsmanagement setzt Raiffeisen Capital Management den bereits im Aktienbereich mit den renommierten Vermögensverwaltern Capital International und Wellington eingeschlagenen Weg fort, für die Gestion der eigenen Fonds externe Experten zu verpflichten. Die Auswahl geeigneter externer Fondsmanager sei "bereits eine Kernkompetenz unseres Hauses", so Zakostelsky. Die Entscheidung für Curzon begründet Zakostelsky neben der lokalen Präsenz in europäischen Metropolen und mit dem stark Research-gesteuerten Investmentprozess, der mit dem Ansatz des eigenen Hauses übereinstimme. Der ausschließlich auf Immobilienfonds spezialisierte Vermögensverwalter Curzon verwaltet nach Angaben von Raiffeisen derzeit mit 205 Mitarbeitern ein Fondsvolumen von 9,3 Mrd. Euro in Europa. (APA)

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