Pestizid-Reduktionsprogramm für Obst und Gemüse vorgestellt

28. August 2003, 20:23
posten

Billa und Global 2000 prüfen vom Anbau bis zur Anlieferung

Neue Wege zur Reduktion von Pestizidrückständen in Obst und Gemüse gehen die Lebensmittelkette Billa und die Umweltorganisation Global 2000. Ein eigenes Überwachungsprogramm, das seit rund einem Jahr umgesetzt wird, soll möglichst rückstandsfreies Obst und Gemüse garantieren, sagte der Umweltbeauftragte des Konzerns, Alfred Matousek, heute, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz in Wien.

Handbuch mit Tipps und Hinweisen

Ein eigenes Handbuch mit Tipps und Hinweisen, das im November 2002 den rund 100 Lieferanten gegeben wurde, soll garantieren, dass möglichst keine Pestizidrückstände im Obst und Gemüse zu finden sind. Gleichzeitig zieht die Umweltorganisation regelmäßig Proben bei der angelieferten Ware. Werden die von der WHO und Global 2000 festgelegten Grenzwerte überschritten, reicht das Spektrum der Sanktionen von einem Hinweis an den Produzenten bis zu einer Liefersperre.

Kostenaufwand von etwa 250.000 Euro

Rund 800 Untersuchungen mit einem Kostenaufwand von etwa 250.000 Euro wurden seit Beginn des Projektes durchgeführt. "Wir haben die ganz grauslichen Sachen bereits weggekriegt", sagte Klaus Kastenhofer von Global 2000. Für den Experten ist es wichtig, "die Rückstände zu minimieren, bis die Größe der Gefahr bestimmt ist". Exakte Werte und Untersuchungen, die unwidersprochen die schädlichen Auswirkungen der Pestizide belegen, gebe es derzeit noch nicht.

Das Programm hat bereits Erfolge gezeigt, sagte Alfred Probst, Direktor des Obst- und Gemüseeinkaufs des Konzerns. So werde es den Wiener Gärtner schon demnächst möglich sein, Rispen-Tomaten das ganze Jahr über liefern zu können. Zwar werden die Anbaugebiete der Lieferanten weltweit von der Umweltschutzorganisation überwacht, Ziel sei es aber, möglichst auf heimische Produzenten zu setzen.

Für Helmut Burtscher, Lebensmittelchemiker von Global 2000, ergeben sich aus der intensiven Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelkonzern und den Produzenten noch weitere Vorteile: Durch die lückenlose Kontrolle lasse sich der Abbau der Pestizide exakt bestimmen. Als Hoffnungsträger können auch alternative Methoden beim Pflanzenschutz getestet werden.

Mit der Überwachung der Rückstände wurde laut Propst erst ein Anfang gemacht. "Das Projekt geht weiter, der Weg stimmt". Bereits im kommenden Frühjahr sollen neue, niedrigere Grenzwerte eingeführt werden. (APA)

Links

Billa

Global 2000

Zum Thema

Pestizid-Überwachung bereits bei vielen Lebensmittelketten im Einsatz - Spar kritisiert unterschiedliche EU-Standards bei den Untersuchungen

Share if you care.