50 Jahre "BirdLife"

30. August 2003, 21:31
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Anfangs standen vor allem Kartierungsaufgaben bei der Vogelschutzorganisation am Programm

Wien - "Grundlagenforschung und konkrete Schutzmaßnahmen" - das sind die Hauptaufgaben, welche sich die Vogelschutzorganisation "BirdLife" auf die Fahnen geheftet hat. Das war nicht immer so, in den Anfangsjahren der Vorgängerorganisation "Österreichische Vogelwarte" war der Schutz von Lebensräumen noch eher ein Fremdwort, berichtete BirdLife-Geschäftsführer Andreas Ranner. Diesen Samstag feiert die Organisation das 50-jährige Bestehen.

1953 wurde der Verein "Österreichische Vogelwarte - Verband für Vogelkunde und Vogelschutz" aus der Taufe gehoben. "Damals standen vor allem Kartierungsaufgaben mit Schwerpunkt Zugvögel auf dem Programm", so Ranner. 1958 erschien die bis heute heraus gegebene ornithologische Fachzeitschrift "Egretta". Dabei war der Begriff "Vogelwarte" ein wenig irre führend, denn eine solche ist laut Ranner in den meisten europäischen Ländern eine staatliche oder wenigstens finanzierte Einrichtung. So etwas ist bis heute in Österreich nicht verwirklicht. So werden auch Beringungsaktionen in der Alpenrepublik durch eine deutsche Station am Bodensee koordiniert.

Rote Liste

1970 wurde der alte Name dann in die Österreichische Gesellschaft für Vogelkunde (ÖGV) umgewandelt, an den Aufgaben änderte sich allerdings nicht allzu viel. 1976 erschien die erste Roten Liste der Vögel Österreichs, 1983 das erste Heft von "Vogelschutz in Österreich". Anfang der neunziger Jahre begann der Schutz von Lebensräumen immer mehr in den Mittelpunkt zu rücken, konkrete Aktivitäten zur Erhaltung von Arten wurden zum zentralen Anliegen. 1993 erfolgte dann auch die Umbenennung in BirdLife Österreich, 1994 wurde der Partnervertrag mit BirdLife International unterzeichnet. Heute hat BirdLife Österreich 2.400 Mitglieder, ein guter Teil davon beteiligt sich auch aktiv an Schutz-, Kartierungs- und sonstigen Aktionen.

Erfolg

Als größte Erfolge der jüngsten Vergangenheit bezeichnet Ranner etwa die Wiederansiedelung des Wachtelkönigs als Brutvogel während der neunziger Jahre. "Die Bestände haben sich derzeit auf geschätzte 150 bis 400 Paare stabilisiert", so Ranner. Allerdings war dazu einige Aufklärungsarbeit durch die Vogelschützer nötig. Die Tiere brüten nämlich auf Wiesen, werden diese zu früh gemäht, gehen Nest und Inhalt zu Grunde.

Auch die seltenen Triele sind in Österreich wieder heimisch, vornehmlich in Schottergruben. Ende der achtziger Jahre galten sie bei uns als so gut wie ausgestorben. "Nun gilt es, die Triele auch außerhalb der Schottergruben wieder heimisch zu machen", so der Ornithologe. Sie brauchen offene, schütter bewachsene Flächen, etwa Trockenrasen. Ein beständiges Anliegen von BirdLife ist die vollständige Aufnahme der 1995 und 2000 erhobenen "Important Bird Areas" in die Natura 2000 Gebiete. (APA)

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    In den neunziger Jahren gelang die Wiederansiedelung des Wachtelkönigs als Brutvogel.

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