Bischof Küng: Gehrer-Kritik "nicht zielführend"

29. August 2003, 11:13
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Übereinstimmung, dass die Kinderzahl in Österreich zunehmen müsse

Bregenz - Eine "Neubesinnung auf die Kinder bejahende Familie auf der Grundlage der Ehe zwischen Mann und Frau" erachtet "Familien-Bischof" Klaus Küng als notwendig, um der "schon seit Ende der sechziger Jahre zu niedrigen" Geburtenrate in Österreich zu begegnen. Die Politik müsse Kinder, aber auch die Familie auf der Grundlage der Ehe gezielt fördern, ohne die unvollständigen Familien sowie Kinder, die keine Familie haben, zu vernachlässigen.

Kinderzahl muss zunehmen

Im Hinblick auf die neue Wertedebatte, die Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) mit ihrer Kritik am Singleleben und der Notwendigkeit des Kinderkriegens ins Rollen gebracht hatte, scheint es Bischof Küng "nicht zielführend", Beschuldigungen in die eine oder andere Richtung "auszusprechen oder sich gegen sie zu wehren", erklärte Bischof Küng laut kathpress. Sachlich stimmt Küng mit der Einschätzung überein, dass die Kinderzahl in Österreich zunehmen muss: Zur natürlichen Regeneration der Bevölkerung wären mindestens 2,1 Kinder pro Familie notwendig, zuletzt sei diese Quote bei 1,3 und sogar darunter gelegen. Dazu komme, dass die Zahl der Trauungen in den letzten Jahren österreichweit stark gesunken ist.

Ideelle und materielle Förderung

Für die Kirche ist die Familie ein zentrales Thema, betonte Küng: "Die christliche Familie hat, wenn sie dem Evangelium entsprechend lebt, auch in einer weitgehend säkularisierten Umwelt die besten Chancen". Sie brauche aber sehr viel Unterstützung und zugleich Eigeninitiative, um in den heutigen Verhältnissen ihre Aufgaben als "wichtigste Schule des Lebens, der Liebe und des Glaubens" erfüllen zu können. Wie der Bischof weiter ausführte, braucht die Familie auch seitens der Öffentlichkeit und des Staates die nötige Anerkennung ihrer Bedeutung für die Gesellschaft und damit auch die entsprechende materielle Grundlage. (APA)

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