Bush weitet Kampf gegen Abtreibung aus

23. Oktober 2003, 14:42
7 Postings

Ausländischen Hilfsorganisationen wird finanzielle Hilfe entzogen

Crawford/Washington - US-Präsident George W. Bush setzt ausländische Hilfsorganisationen, die Abtreibungen unterstützen, weiter unter Druck. Bush wies das Außenministerium am Freitag an, auch den Organisationen finanzielle Hilfe zu entziehen, die mit ihrem eigenen Geld Abtreibungen durchführen oder entsprechende Beratungen anbieten.

Mit dieser Entscheidung erweiterte der Präsident eine Anweisung von 2001, die sich damals nur auf Geld bezog, das von der US-Agentur für Internationale Entwicklung verwaltet wurde. Bush hat sich mehrfach gegen Abtreibungen ausgesprochen, die er nur zulassen will, wenn die Frau vergewaltigt wurde oder die Schwangerschaft ihr Leben gefährdet.

Aids-Programm Hilfe entzogen

Zuvor hatte das amerikanische Außenministerium einem Aids-Programm für afrikanische und asiatische Flüchtlinge die finanzielle Unterstützung entzogen. Ministeriumssprecher Philip Reeker erklärte am Mittwoch in Washington, eine Gruppe der betroffenen Dachorganisation unterstütze in China Zwangsabtreibungen und -sterilisationen.

Keine Beweise für Zwangsabtreibungen

Reeker erklärte, sechs der sieben Gruppen in der Dachorganisation sei Geld angeboten worden. Die Organisation habe jedoch abgelehnt, weil die Bitte der siebten Gruppe um Unterstützung zurückgewiesen worden sei. "Es war die Entscheidung der Dachorganisation, die Hilfe nicht anzunehmen", sagte Reeker. Die Gruppe Marie Stopes International war ausgeschlossen worden, weil es in China mit dem UNO-Bevölkerungsfonds kooperiert. Die US-Regierung hatte im vergangenen Jahr erklärt, der Fonds verletzte ein Gesetz gegen erzwungene Abtreibungen und Sterilisationen. Marie Stopes bietet Beratungen und Abtreibungen an. Aus US-Regierungskreisen verlautete, es gebe keine Beweise, dass die Gruppe erzwungene Abtreibungen unterstütze.

Das Aids-Programm der Dachorganisation kommt tausenden Menschen in Angola, Kongo, Ruanda und Eritrea zugute. Das US-Außenministerium hatte das Projekt im ersten Jahr mit einer Million Dollar (916.842 Euro) unterstützt. (APA/AP)

Share if you care.