Neuer Test für Langzeit-Thrombose- Risiko in Wien entwickelt

28. August 2003, 09:36
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"D-Dimer"-Test eignet sich

Wien - Wiener Forscher haben am AKH eine neue Testmethode für Langzeit-Thrombose-Risiken entwickelt. In einer über zehn Jahre anberaumten Studie wurde die Tauglichkeit des so genannten "D-Dimer"-Tests überprüft, sagte der stellvertretende Leiter der Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie am AKH-Wien, Univ.-Prof. Dr. Paul A. Kyrle. Dieser sei bisher bereits zur Bestimmung von akuten Thrombosefällen verwendet worden. Die Veröffentlichung dazu erfolgte jetzt in der angesehenen US-Medizin-Fachzeitschrift "Journal of the American Medical Association" (JAMA).

Mit diesem vergleichsweise unaufwändigen und schmerzlosen Test, der anhand von Blutproben durchgeführt werde, könne der Arzt das Langzeitrisiko bereits in Behandlung befindlicher Thrombosepatienten auf Jahre hinweg schnell und sicher feststellen. Bisher seien dazu bis zu 30 verschiedene Untersuchungen nötig gewesen, sagte Kyrle. Die Prognose habe sich dadurch vereinfacht und verbilligt, zudem werde der "D-Dimer"-Test beinahe an jedem Krankenhaus angeboten.

Abschätzung

Die Untersuchung der Langzeitrisiken diene dazu, abzuschätzen, ob Patienten mit akuten Fällen von Thrombose oder Lungenembolie eine weiterführende Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten benötigen oder nicht, sagte Kyrle. Die Klärung dieser Frage sei wichtig, da diese Behandlung auch diverse Risiken, wie etwa Blutungen der inneren Organe, mit sich bringe. Patienten mit einem niedrigen Risiko würden sich durch den einmaligen Test weiterführende Behandlungen und Untersuchungen ersparen.

Die Studie mit dem Namen AUREC ("Austrian Study on Recurrent Venous Thromboembolism") wurde im Jahr 1992 unter der Leitung von Kyrle und der Leiterin der Thromboseambulanz am Wiener AKH, Univ.-Prof. Dr. Sabine Eichinger gestartet. Insgesamt wurden laut Kyrle rund 2.000 Personen in die Versuche eingebunden. (APA)

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