Auch ohne Internet gehen viele Zeitschriften ein

6. Jänner 2000, 12:36

McKinsey: Zu viele Titel führen zu Verdrängungswettbewerb

Was viele Insider längst vermutet haben, bestätigt nun auch ein internationaler Unternehmensberater. Dem internationalen Zeitschriftenmarkt stehen harte Zeiten bevor. Viele Angebote können dem starken Konkurrenzdruck nicht mehr standhalten. Daher sei eine Konsolidierung des internationalen Zeitschriftenmarktes erwarten, meinen die Berater von McKinsey, die im Auftrag des Bundesverbandes der deutschen Zeitschriftenverleger den Markt untersucht haben. http://www.pz-online.de/

In den USA etwa verzeichnen man seit Anfang der Neunziger Jahre einen Auflagenrückgang der Publikumszeitschriften um 49 Prozent auf durchschnittlich 349.000 Exemplare. Grund dafür ist der Anstieg des Angebots an Zeitschriften. So behaupteten sich etwa in Deutschland zu Beginn der Neunziger noch 565 Titel auf dem Markt, heute sind es bereits 835. Infolge dessen sei hier die Auflage um 19 Prozent gesunken.

Auslöser der Verdrängungstendenz: Rückläufiger Anteil der Werbeeinnahmen

Als Auslöser dieser Verdrängungstendenz wird der rückläufige Anteil der Werbeeinnahmen für den Sektor Zeitschriften angeführt. Dieser ist in Deutschland im genannten Zeitraum von 30 auf 25 Prozent abgesunken. Der Untersuchung nach verteilt sich der Werbeumsatz mehr und mehr auf wenige erfolgreiche Anbieter.

Der Untersuchung von McKinsey nach werden sich folgende Strategien auf dem Markt der Zukunft behaupten können: Die Positionierung als Spezialtitel mit stark gebündelter Zeilgruppenansprache, die Positionierung als Anzeigentitel mit ausgeprägtem Markenauftritt oder als Vertriebstitel mit sehr hohen Reichweiten bei niedrigem Endverbraucherpreis. (w&v/pte)

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