Vergiftetes Südvietnam

27. August 2003, 19:19
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Heidelberg - Hochgiftiges Dioxin aus dem Entlaubungsmittel Agent Orange belastet noch heute, 30 Jahre nach dem Vietnamkrieg, die Bevölkerung von Südvietnam. Erwachsene wie Kinder nehmen die Substanz über hoch verseuchte Nahrungsmittel wie Huhn und Fisch auf, berichtet das deutsche Bild der Wissenschaft. US-Truppen setzten Agent Orange während der sechziger und siebziger Jahre in Südvietnam zur Entlaubung von Bäumen ein, um den feindlichen Truppen die Deckung zu nehmen. Das Mittel enthält neben den eigentlichen Wirkstoffen große Mengen des Umweltgifts Dioxin.

Forscher untersuchten nun zum Verzehr bestimmte Tiere nahe der Stadt Ho Chi Minh, dem früheren Saigon. Die höchsten Dioxinmengen fanden sie in Enten: Deren Belastung war über 3000 Mal höher als normal. Besonders hohe Konzentrationen des Gifts waren im Fett der Tiere enthalten, das in Vietnam als besondere Delikatesse gilt. Dioxinkonzentration im Blut der Kinder aus dieser Region sei alarmierend hoch. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28. 8. 2003)

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