Martin-Luther-King-Archiv kommt unter den Hammer

29. August 2003, 10:43
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Sotheby's schätzt materiellen Wert der Sammlung auf rund 30 Millionen

New York - Das Archiv des 1968 ermordeten schwarzen US-Bürgerrechtlers Martin Luther King jr. wird versteigert. Unter anderem kommt dabei ein Entwurf seiner berühmten "I have a dream"-Rede unter den Hammer. Das Auktionshaus Sotheby's schätzt den Wert der Sammlung auf rund 30 Millionen Dollar. Es handle sich um eines der für die US-Geschichte wichtigsten Archive, sagte Sotheby's-Vizechef David Redden.

Die rund 7000 Gegenstände umfassende Kollektion ist noch bis zum 8. September in den New Yorker Räumlichkeiten des Auktionshauses zu besichtigen. Ein Termin für die Versteigerung wurde bisher nicht festgesetzt. Das Archiv umfasst unter anderem Manuskripte, Notizzettel, Bücher und Briefe des Friedensnobelpreisträgers aus den Jahren 1948 bis 1968.

Darunter befindet sich auch ein getippter Entwurf der Rede "I have a dream" ("Ich habe einen Traum"), die sich gegen die ungleiche Behandlung der Minderheiten in den USA richtete und am Freitag zum 40. Mal jährte. Auch eine Einladung zu dem Begräbnis des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy sowie Kings Korrespondenz mit dem einstigen Präsidenten Richard Nixon und dem Literaturnobelpreisträger John Steinbeck ist in dem Archiv enthalten.

Schon bevor der 1929 geborene King seine historische Rede vor dem Lincoln-Memorial vor zehntausenden Zuhörern in Washington gehalten hatte, war der Baptisten-Pastor in den 50er Jahren zu einem der wichtigsten Anführer der schwarzen Bürgerrechtsbewegung aufgestiegen. Nach dem Vorbild Mahatma Gandhis entwickelte er den gewaltlosen Widerstand zur Waffe der Schwarzen gegen ihre Diskriminierung in der US-Gesellschaft. King wurde wegen seiner Rolle mehrfach inhaftiert und sah sich wiederholt Mordanschlägen ausgesetzt. Am 4. April 1968 wurde er in Memphis erschossen.

Sotheby's hofft, dass das Archiv auf Interesse von Universitäten, Bibliotheken oder Museen treffen wird. Gesucht werde ein Käufer, der das Material öffentlich zugänglich machen und in seiner Zusammenstellung erhalten werde, hieß es. Die Nachlassverwalter hätten das letzte Wort darüber, wer den Zuschlag erhalte. Sotheby's gab nicht bekannt, warum das Material von Kings Familie zur Versteigerung frei gegeben wurde. (APA/Reuters)

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    Das Manuskript zur Rede.

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