Heftige Kämpfe in Afghanistan

28. August 2003, 16:55
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14 Taliban-Kämpfer bei Gefechten um Bergpass getötet - Außenminister warnt vor Destabilisierung durch Drogenhandel

Kabul - Amerikanische und afghanische Truppen haben bei Kämpfen um einen Pass im Südosten Afghanistans am Mittwoch rund ein Dutzend Taliban-Kämpfer getötet, wie der Geheimdienstchef der Provinz Sabul, Khalil Hotak, mitteilte. Einigen der Rebellen sei die Flucht in die westlich angrenzende Provinz Urusgan gelungen, weitere Kämpfer würden sich noch in der bergigen Region um den von den Amerikanern und ihren afghanischen Verbündeten eroberten Morai-Pass verstecken.

Die US-Streitkräfte bestätigten die Zahl der Toten zunächst nicht. Sprecher Rodney Davis sprach jedoch ebenfalls von heftigen Kämpfen in den Provinzen Urusgan, Sabul und Kandahar, bei denen Kampfflugzeuge der Typen AV-8 Harrier, A-10 Thunderbolt und Apache-Hubschrauber eingesetzt worden seien. In der Nacht auf Mittwoch sei ein Soldat der Koalition in Urusgan durch einen Schuss in die Schulter verwundet worden, sagte er auf einer Pressekonferenz in Kabul. Die Operationen in der Region würden fortgesetzt: "Wir machen weiter wie bisher, nutzen alle Informationen um Gegner der Koalitionsstreitkräfte zu töten, wo immer wir sie finden."

Drogenhandel gefährdet Wideraufbau

Die blutigen Kämpfe besonders um den Morai-Pass dauern seit Tagen an. Die Taliban-Kämpfer verteidigten bis zum Mittwoch den Pass mit Mörsergranaten und schweren Maschinengewehren. Bei dem Bombardement eines Taliban-Lagers durch US-Streitkräfte waren am Montag mindestens 14 Rebellen getötet worden, andere Quellen sprachen von 50 Toten. Die Offensive der Amerikaner folgte auf eine Angriffsserie mutmaßlicher Taliban-Kämpfer auf Polizei- und Regierungsgebäude im Süden und Osten des Landes. Die Gewalt nährte die Befürchtung, das Ende 2001 gestürzte Taliban-Regime reorganisiere sich. Nach Angaben von Geheimdienstchef Hotak haben sich die Rebellen in Sabul mit Al-Kaida-Mitgliedern sowie Anhängern des Warlords und ehemaligen Ministerpräsidenten Gulbuddin Hekmatyar verbündet.

Der afghanische Außenminister Abdullah Abdullah warnte während eines Besuchs in der Ukraine, der Drogenhandel gefährde die Wiederaufbaubemühungen in seinem Land. Er sprach von einer "sehr aktiven Drogenmafia" und sagte, die Bauern würden 50 Mal mehr Geld mit Opiumanbau als mit Getreideanbau verdienen. Die internationale Gemeinschaft müsse ebenso große Anstrengungen gegen den Drogenhandel in seinem Land unternehmen wie gegen den Terrorismus. (APA/AP)

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