Deutsche Industrie glaubt an die Wende

31. August 2003, 20:28
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IWF ist für die Weltwirtschaft skeptischer - Bush-Berater sieht USA als Lokomotive

Berlin/Alpbach - Die deutsche Industrie rechnet mit einer baldigen Erholung der Konjunktur. "So langsam kommen wir aus der Talsohle heraus", kommentierte der Volkswirt des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) Reinhard Kudiß, den zum vierten Mal in Folge gestiegenen Konjunkturklima-Index des Ifo-Institutes. Für die verbesserte Stimmung unter den Unternehmern macht er auch die jüngsten Reformbemühungen der Regierung Schröder verantwortlich.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat indes die Europäische Zentralbank (EZB) aufgefordert, negative Entwicklungen in einzelnen Ländern der Eurozone nicht zu vernachlässigen. Der IWF erwartet in diesem Jahr in Deutschland eine Stagnation und geht davon aus, dass die Neuverschuldung in diesem und im kommenden Jahr 3,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen wird. In dem Entwurf für den World Economic Outlook geht der Fonds in diesem Jahr von einem Weltwirtschafts-Wachstum von 3,1 nach zuletzt 3,2 Prozent aus. Im kommenden Jahr sei weltweit ein Wachstum von vier Prozent zu erwarten.

USA: Kein Grund zur Panik

Rund 500 Mrd. Dollar Budgetdefizit und eine Defizitquote von fast 4,5 Prozent sind in den USA offenbar kein Grund zur Panik. Randall S. Kroszner, einer der drei engsten Wirtschaftsberater von US-Präsident George W. Bush, ist überzeugt, dass mit dem Wirtschaftsaufschwung die klaffende Budgetlücke wieder geschlossen werde.

Noch im heurigen Jahr sei mit einer deutlichen Erholung zu rechnen. Langfristig erwartet er ein jährliches Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent, sagte Kroszner anlässlich der Wirtschaftsgespräche beim Europäischen Forum Alpbach. (DER STANDARD Printausgabe, 28.8.2003, Reuters, APA)

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