Schalke-Fans feierten Pasching

29. August 2003, 15:54
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Für Schalke setzte es hingegen trotz der Qualifikation heftige Kritik - Bild: "Eine Strafe für jeden Fußball-Fan" - Coach Heynckes geknickt

Gelsenkirchen/Pasching - Der FC Superfund Pasching durfte sich am Dienstag nach dem 0:0 "AufSchalke" trotz des Scheiterns im UI-Cup-Finale als moralischer Sieger fühlen. Während die Oberösterreicher für ihren 6.000-Einwohner-Ort einmal mehr Deutschland-Werbung pur betrieben, verspielte der DFB-Kult-Klub Schalke vor 56.067 Fans viele Sympathien. Symptomatisch die Ereignisse im Rahmen der Siegerehrung: Aufsteiger Schalke wurde gnadenlos ausgepfiffen, Verlierer Pasching zelebrierte mit den "Knappen"-Fans minutenlang "La Ola - Die Welle".

Ohne Niederlage in Deutschland

Ein wahrlich historisches Ereignis für die Truppe des stolzen Trainers Heinz Hochhauser, denn noch nie zuvor hatte sich eine Gastmannschaft mit der Welle von der berüchtigten Nordkurve verabschieden dürfen. Dementsprechend positiv fiel auch das Resümee von Hochhauser aus, schließlich hat sein Team in zwei Auswärtsspielen gegen deutsche Bundesligisten (Schalke 0:0, Werder Bremen 1:1) zwei Remis erreicht: "Wir haben Pasching und unseren Sponsor in Deutschland populär gemacht. Es war ein toller UI-Cup, das soll uns einmal einer nachmachen."

Bild: "Grusel-Spiel"

Auch die deutsche Presse zeigte trotz des UEFA-Cup-Einzugs der Königsblauen kein Verständnis für die matte Darbietung. Die "Bild-Zeitung" schrieb von einem "Grusel-Spiel", einer "Strafe für jeden Fußball-Fan" und Stadionbesuchern, die sich "die Finger blutig pfiffen". Das Resümee lautete: "Das 1:4 in Bremen war schlimm - Pasching war zehn Mal schlimmer. Schalke kann sich glücklich schätzen, dass kein Sender dieses Spiel übertragen wollte!"

Heynckes geknickt

Auch Star-Trainer Jupp Heynckes wirkte nach dem Spiel ein wenig geknickt. "Ich kann den Unmut der Fans verstehen. Wir hatten hier in drei UI-Cup-Heimspielen fast 180.000 Zuschauer, das ist der helle Wahnsinn. Da muss eine Mannschaft wie unsere anderen Fußball bieten und darf sich nicht so präsentieren. Das Spiel war aus meiner Sicht über weite Strecken sehr qualvoll", erklärte der frühere Real-Madrid-Coach, der 1998 mit den "Königlichen" die Champions League gewann.

Assauer versteht Pfiffe

Relativ vernichtend fiel auch die Kritik von Schalke-Manager Rudi Assauer aus, der an den Fanpfiffen nichts auszusetzen hatte. "Die Spieler müssen merken, dass sie nicht das bringen, was man von ihnen erwartet. Mit dieser Leistung würde man in der Bundesliga gegen den Abstieg spielen."(APA)

  • Die Schalke-Spieler nahmen unter Pfiffen die Medaillen an.

    Die Schalke-Spieler nahmen unter Pfiffen die Medaillen an.

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