Adcon will sich mit Wandelanleihe und Kapitalerhöhung sanieren

31. August 2003, 19:55
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Im ersten Halbjahr 2003 tiefer in Verlustzone gerutscht

Klosterneuburg/Wien - Der in Frankfurt börsenotierte Hersteller von digitalen Funkübertragungssystemen, Adcon Telemetry (Klosterneuburg), der im ersten Halbjahr 2003 tiefer in die roten Zahlen gerutscht ist, plant im Zuge der eingeleiteten Sanierung eine Wandelanleihe, einen Kapitalschnitt und eine Kapitalerhöhung. Außerdem soll es zu einem weiteren Stellenabbau kommen. Das zweite Halbjahr 2003 werde aus heutiger Sicht "noch ein negatives EBITDA aufweisen, allerdings bei gleichzeitig bereits drastisch verbesserter Kostenstruktur", hieß es am Mittwoch in einer Pressemitteilung.

Für das Gesamtjahr rechne Adcon mit einem Umsatz von rund 8 Mio. Euro nach 15 Mio. Euro im Vorjahr, wobei das holländische Tochterunternehmen nach dem erfolgten Management Buy Out nicht mehr in der Gruppe konsolidiert werde. Für 2004 sei wieder ein "ausgeglichenes" Betriebsergebnis (EBIT) geplant, sagte der bei Adcon für Investor Relations zuständige Daniel Gärtner.

Wandelanleihe

Anfang September werde eine Wandelanleihe der Adcon über 2 Mio. Euro unter Ausschluss der Bezugsrechte für Altaktionäre zur Zeichnung aufliegen, so Gärnter weiter. In den nächsten Wochen sei auch - gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 7. August - ein Kapitalschnitt und eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis 4:1 geplant, um danach eine "ordentliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Angebot" im Ausmaß von 2,7 Mio. Euro durchführen zu können.

Neben den 25 Mitarbeitern, die durch das Management buy Out der holländischen Tochter wegfallen, seien weitere "Korrekturen" auf der Personalseite geplant, sagte Gärtner. Der Stellenabbau werde aber aus heutiger Sicht "nicht dramatisch" ausfallen. Adcon beschäftigte per Ende Juni 2003 109 Mitarbeiter, nach 126 Mitarbeitern Ende Juni 2002.

Wertberichtigungen

Im ersten Halbjahr 2003 habe Adcon im Zuge einer "bilanziellen Bereinigung" zahlreiche Firmenwerte abgeschrieben und Wertberichtigungen auf latente Steuern durchgeführt, so Gärtner. Der Schwerpunkt der Aktivitäten sei ab dem zweiten Quartal vor allem auf der Vorbereitung der bilanziellen und operativen Sanierung des Unternehmens gelegen, hieß es in der Pressemitteilung. Die "angespannte Liquiditätssituation" habe einschneidende Maßnahmen auf der Kostenseite "unbedingt notwendig gemacht."

Im dritten Quartal 2003 soll der Schwerpunkt weiterhin auf der "kostenseitigen und organisatorischen Grundsanierung der Adcon-Gruppe" liegen. Auch für die französische Tochter Adcon RF Technology S.A., für die eine Patronatserklärung seitens der Adcon Telemetry AG besteht, seien im Zuge der laufenden Sanierung weitere Maßnahmen erforderlich.

Ergebnisrückgang

Das Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich im ersten Halbjahr 2003 durch hohe Abschreibungen und Firmenwertberichtigungen signifikant von minus 3,01 auf minus 22,83 Mio. Euro, der Umsatz ging von 7,55 auf 4,61 Mio. Euro zurück, bestätigte Adcon am Mittwoch seine bereits am 7. August veröffentlichten vorläufigen Halbjahresergebnisse.

Wegen des Umsatzrückganges und der Sanierungskosten von 3,49 Mio. Euro habe sich das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von minus 1,23 Mio. Euro auf minus 5,77 Mio. Euro verringert. Das Nachsteuerergebnis ging von minus 2,91 auf minus 26,63 Mio. Euro zurück, was einem Ergebnis pro Aktie von minus 2,46 Euro nach minus 0,30 Euro entspreche. Der starke Rückgang im Periodenergebnis sei vor allem auf notwendige Abschreibungen auf latente Steuern im Ausmaß von 3,44 Mio. Euro zurückzuführen.(APA)

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