Werner Eschauer verlor zum Auftakt

30. August 2003, 19:20
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Debütant verabschiedet sich aus New York nach vier umkämpften Sätzen gegen den als Nummer 19 gesetzten Argentinier Agustin Calleri

New York - Ausgerechnet jener Österreicher, der in der ersten Runde der US Open die beste Leistung gezeigt hat, musste gleich wieder die Koffer packen. Der 29-jährige Werner Eschauer zeigte am Dienstag in Flushing Meadows gegen den Weltranglisten-19. Agustin Calleri (ARG-19) eine ausgezeichnete Leistung, nach 2:43 Stunden musste sich der Niederösterreicher aber mit 6:7(4),6:7(2),6:1,4:6 beugen. Der Spätstarter, der alles andere als ein Hartplatz-Spezialist ist, hielt in einem über weite Strecken hochklassigen Match lange dagegen, doch Calleri hatte den längeren Atem.

Ärger über den ersten Satz

"Es waren nur ein paar Kleinigkeiten, die mir auf Hartplatz noch fehlen. Ich muss einfach noch etwas mehr riskieren und nicht auf längere Ballwechsel gehen", sagte der Hollensteiner, der sich im Ranking heuer erstmals in die Top 100 (derzeit 98.) geschoben hat. Im Nachhinein ärgerte er sich vor allem über den ersten Satz. "Da habe ich bei 5:6 drei Satzbälle abgewehrt und im Tie-Break schon 3:1 geführt."

Eschauer demonstrierte Kampfgeist

Besonders beeindruckend in diesem Match: Der unbändige Kampfgeist des Niederösterreichers, der trotz zweier verlorener Tie-Breaks mit einer erstaunlichen Konstanz durchspielte, den dritten Satz nach toller Leistung für sich entschied und fast bis zum Schluss ausgezeichnet servierte. Leider verließ ihn der Aufschlag ausgerechnet bei 4:5 im vierten Satz, womit Calleri einen Fünfsatz-Kampf doch noch verhindern konnte. "Von der Fitness her hätte ich kein Problem gehabt, in einen fünften Satz zu gehen", sagte Eschauer.

Auf nach Brasilien

Eschauer bleibt nun gleich auf Hardcourt und spielt in den kommenden zwei Wochen in Brasilien. Zunächst beim Challenger in Gramado, danach das ATP-Turnier in Costa do Sauipe (380.000 Dollar). In der Folge soll er eigentlich beim Daviscup spielen, vom 19. bis 21. September geht es dabei für Österreich in Pörtschach gegen Belgien um den Aufstieg in die Weltgruppe. Allerdings spießt es sich da bei Verhandlungen ums liebe Geld. Eschauers Mentor Gotthard Schärf führt noch Gespräche mit dem ÖTV.

Daviscupteam könnte Eschauer brauchen

Eschauer ("Ich würde gerne Daviscup spielen") geht es da auch ums Prinzip, weil er sich Jahre lang alles hart und selbst erarbeiten musste, und nun immer noch keinerlei Unterstützung kommt. Da geht es offenbar nicht um Unsummen, sondern um Kleinigkeiten ("Ich muss immer noch einen finden, der mir Schuhe gibt"). Tatsache ist, dass das ÖTV-Team einen Eschauer, der auch in Kitzbühel ausgezeichnete Leistungen geboten hat, auf Sand gegen die starken Belgier gut brauchen könnte. (APA)

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    Das Debüt von Werner Eschauer bei den US Open ging trotz starker Leistung schief.

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