Datenschutzprobleme in der Luft

27. August 2003, 20:09
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Ab 12. September könnte es für AUA-Passagiere bei der Einreise in die USA "Bitte warten" heißen - mit Kommentar

Wien/Brüssel - Ab 12. September könnte es für AUA-Passagiere bei der Einreise in die USA "Bitte warten" heißen. Dann läuft nämlich eine Frist ab, die die US-Behörden der heimischen und anderen europäischen Airlines gesetzt haben, um sensible Daten von Flugpassagieren zu übermitteln. Die Luftlinien warten ab.

Konkret geht es um die so genannten Passenger Name Records (PNR). Neben Informationen wie Name, Flugdaten und Wohnadresse enthalten diese Zusatzdaten wie Kreditkartennummer, spezielle Menüwünsche und Namen von Verwandten.

Seit Anfang März senden vier große europäische Luftlinien, darunter die Lufthansa und British Airways, diese Daten an die US-Zollbehörde. Am 9. Mai bekam auch die AUA die schriftliche Aufforderung der US-Regierung, die PNR zu übermitteln, wie Robert Wolfger, Leiter der AUA-Verkehrspolitik erklärt.

Die AUA erwirkte bereits zweimal einen Aufschub, da datenschutzrechtliche Fragen nicht eindeutig geklärt sind. Beim heimischen Carrier will man das Ergebnis der Verhandlungen zwischen EU und USA abwarten. Hinsichtlich der Deadline 12. September hat man um einen neuerlichen Aufschub gebeten, bisher kam keine Reaktion.

Sollten die US-Behörden stur bleiben, könnten entweder die Fluggäste stundenlang bei der Zollkontrolle aufgehalten werden oder die Airline mit Strafen bis hin zum Landeverbot belegt werden, erläutert Wolfger. Er ist aber überzeugt, das die USA die Ergebnisse der Verhandlungen mit der EU abwarten.

Verhandlung stockt

Denn die Übermittlung der PNR durch die vier großen Fluglinien ist befristet, eine endgültige Regelung, die den europäischen Datenschutzlinien entspricht, muss noch ausgearbeitet werden. Derzeit spießt es sich: In der EU-Kommission hieß es am Dienstag, man sei mit dem letzten Angebot der USA nicht zufrieden. Im September werden die EU-Kommissare den Konflikt daher in einer Sitzung behandeln, so eine Sprecherin des zuständigen Binnenmarktkommissars Frits Bolkestein.

Teil der provisorischen Einigung ist auch, dass die Passagiere der PNR-Übermittlung explizit zustimmen müssen. Laut Lufthansa-Sprecherin Barbara Taxacher werden die Kunden "über alle Vertriebskanäle informiert, dass wir Daten weitergegeben müssen". Auch die Reisebüros seien benachrichtigt worden.

Herumgesprochen hat sich das offensichtlich nicht. Anrufe des STANDARD bei Wiener Reisebüros ergaben, dass die Angestellten noch nie etwas von PNR oder deren Übermittlung an die USA gehört haben - und den Kunden bei der Buchung daher auch nicht sagen. (Michael Möseneder, Jörg Wojahn/DER STANDARD, Printausgabe, 27.8.2003)

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    "Bitte warten" könnte es ab 12. September für AUA-Passagiere bei der Einreise in die USA heißen

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