Konjunkturerholung nimmt Gestalt an

27. August 2003, 18:59
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Stimmung in Wirtschaft hellt sich auf - Deutscher Ifo-Index steigt zum vierten Mal

Frankfurt/New York - Der Ifo-Geschäfsklimaindex, wichtigstes Barometer für die Stimmung in der deutschen Wirtschaft, ist im August den vierten Monat in Folge gestiegen. Dabei beurteilten die Firmen anders als zuletzt ihre derzeitige Situation besser als zuvor. Der Ifo-Index für Westdeutschland hat auf 90,8 von 89,3 Punkten im Juli zugelegt.

"Die neuen Umfragedaten untermauern die Ifo-Prognose einer konjunkturellen Belebung im zweiten Halbjahr", heißt es im Ifo-Institut.

Ampeln auf Grün

Die Commerzbank sieht "die Ampeln für eine allmähliche konjunkturelle Belebung im Jahresverlauf auf Grün". Andreas Rees von der HVB Group meint, dass die aktuellen Daten im laufenden Quartal auf Quartalssicht ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent erwarten lassen. Im Schlussvierteljahr könne dann mit einem Plus von einem Prozent im Jahresvergleich gerechnet werden. Dennoch wird sich seiner Ansicht nach nur eine moderate und kurzlebige Erholung einstellen. Vor allem eine erwartete Aufwertung des Euro auf 1,22 Dollar werde die Dynamik einer Erholung belasten.

Auch Jörg Krämer von Invesco zeichnet ein eher düsteres Bild. Er glaubt nicht, dass die Wachstumsbelebung in der zweiten Jahreshälfte stark genug ausfällt, "um als Aufschwung bezeichnet werden zu können".

Schröder hofft auf Bestätigung in Realwirtschaft

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat den Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindexes als positives Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung gewertet. Er hoffe, dass sich diese Entwicklung durch die realwirtschaftlichen Vorgänge bestätige.

Auch in den USA bessert sich die Stimmung: Das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaft ihres Landes ist im August stärker gestiegen als von Analysten erwartet. Der vom privaten Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Index kletterte auf 81,3 von revidiert 77,0 Punkten im Juli, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Analysten hatten demgegenüber im Schnitt einen geringeren Anstieg des Indexes auf 80,0 Punkte erwartet. Der Verbrauchervertrauensindex gilt als wichtiger Indikator für die künftige Entwicklung der Konsumausgaben, die rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Der Erwartungsindex stieg im August den Angaben zufolge auf 94,4 Zähler von revidiert 86,3 Punkten im Juli. (DER STANDARD Printausgabe 27.08.2003)

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