Antonia Rados in Zeiten des Friedens

27. August 2003, 13:44
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Goldenes Zeitalter. Villacher Kirchtag. Im Bühnenvordergrund die Kriegsberichterstatterin Antonia Rados, Gesicht einer Kamera zugewandt. Sie spricht in ein Mikrofon ...

... Ein großer, kräftiger, merkbar betrunkener junger Mann in Jeans und Trachtenjanker hat seinen Arm um ihre Schulter gelegt und hält sie fest.


DER JUNGE MANN: I, vastehst -
RADOS (atemlos, wie unter Feuer stehend): Er, ob man verstehe.
DER JUNGE MANN: - i bin i.
RADOS: Er sei er.
DER JUNGE MANN: Und i, vastehst -
RADOS: Und er, ob man verstehe.
DER JUNGE MANN: - i muass jetz sachn.
RADOS: Er müsse nun seichen.
(Der junge Mann lässt Rados los und entfernt sich. Rados blickt ihm nach. Nach wenigen Schritten bleibt der junge Mann stehen und hebt den Blick zum Himmel.)
DER JUNGE MANN (laut, pathetisch): Ich sache, olso bin ich!
RADOS (blickt wieder in die Kamera): Er seiche, also sei er.
DER JUNGE MANN (geht weiter. Vor sich hin): Vastehst?
RADOS: Ob man verstehe.
(Vorhang) (DER STANDARD; Printausgabe, 27.08.2003)

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