Internationaler Haftbefehl gegen Patasse

28. August 2003, 10:02
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Ex-Präsident der Zentralafrikanischen Republik weilt derzeit im Exil in Togo

Bangui - Ein halbes Jahr nach dem Putsch in der Zentralafrikanischen Republik hat die Staatsanwaltschaft des Landes einen internationalen Haftbefehl gegen den ehemaligen Präsidenten Ange-Felix Patasse' ausgestellt. Patasse' habe sich des Mordes und der Veruntreuung schuldig gemacht, sagte Staatsanwalt Firmin Feindiro am Dienstag in der Hauptstadt Bangui. Patasse war im März gestürzt worden und hält sich seitdem in Togo auf.

Dem ehemaligen Präsidenten wird vorgeworfen, für Gräueltaten kongolesischer Milizen im Land verantwortlich zu sein. Schon während seiner Regierungszeit von 1993 bis März 2003 hatte ihn die Opposition der Bestechlichkeit beschuldigt. Der selbst ernannte neue Staatschef General Francois Bozize' sagte, Patasse' solle in die Zentralafrikanische Republik zurückkehren und sich vor Gericht verantworten. Die Afrikanische Union (AU) hatte den Militärputsch scharf verurteilt und den Aufständischen mit Konsequenzen gedroht.

Die Bevölkerung Banguis hat den mit Patasse' verbündeten Kongolesen vorgeworfen, sie hätten Frauen vergewaltigt und Häuser ausgeplündert. Die Zentralafrikanische Republik ist seit der Unabhängigkeit von Frankreich 1960 immer wieder Schauplatz von Militärrevolten und Aufständen gewesen. Von 1966 bis 1979 herrschte der selbst ernannte "Kaiser" Jean-Bedel Bokassa (Bokassa I.), dem schwerste Menschenrechtsverstöße zur Last gelegt wurden. (APA/AP/AFP)

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