"Krokodilstränen sind zu wenig"

26. August 2003, 14:05
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SP-Bures: Regierung sollte besser Kinderbetreuungsplätze schaffen

Wien - "Die aktuelle Wertediskussion um das Kinderkriegen muss man vor dem Hintergrund der Untätigkeit der Regierung bezüglich des nötigen Ausbaus der Kinderbetreuungseinrichtungen sehen", sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures in Reaktion auf den Ministerrat am Dienstag und die Verteidigung der kritisierten Gehrer-Aussagen durch Schüssel. "Die Regierung übt sich im Vergießen von Krokodilstränen, statt Kinderbetreuungsplätze zu schaffen. Mit einer Fortsetzung der Kindergartenmilliarde hätte man jährlich 20.000 Plätze errichten können", erklärte Bures.

20.000 Plätze hätten geschaffen werden können

Das bedeute, dass der vom Statistischen Zentralamt genannte Bedarf von 90.000 Plätzen in den letzten dreieinhalb Jahren um 70.000 Plätze reduziert hätte werden können. "Schüssel hat zu verantworten, dass 70.000 Kinder keinen optimalen Betreuungsplatz haben. Und Gehrer ist mit ihrer Blockade des Ausbaus der ganztägigen Schulformen massiv daran beteiligt, dass die Versorgung der 6- 12-Jährigen so schlecht ist", betonte Bures.

Verantwortungsbewusste Frauen

Die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin wies darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen den Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie dem Ansteigen der Geburtenrate nach allen internationalen Erfahrungen ausschlaggebend sei. "Was Gehrer und ihre Parteifreunde offenbar nicht wahrhaben wollen: Die Frauen von heute sind verantwortungsbewusst. Wissen sie, dass ihre Kinder gut versorgt sein werden und dass sie sich nicht für immer in das berufliche Out begeben, wenn sie Kinder bekommen, dann bekommen sie auch Kinder." In Schweden, so Bures abschließend, liege dementsprechend die Erwerbstätigkeit von Frauen mit Kindern unter zwei Jahren bei 75 Prozent. (red)

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