Nordkorea-Gipfel: China mahnt zu Geduld

26. August 2003, 17:33
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Korea-Problematik sei nicht in ein oder zwei Diskussionen zu lösen

Peking - China hat als Gastgeber der Gipfelgespräche über den Atomstreit mit Nordkorea die Teilnehmer zu Geduld und Ruhe gemahnt. "China hofft, dass die Sechs-Parteien-Gespräche fortgesetzt werden und zum Frieden führen", sagte Vize-Außenminister Wang Yi am Dienstag, am Tag vor Beginn der Beratungen. Die USA werfen dem kommunistischen Nordkorea vor, Atomwaffen bauen zu wollen und fordern die bedingungslose Aufgabe des Atomprogramms. Nordkorea hat einen Nichtangriffspakt mit den USA verlangt, was diese ablehnen. An dem Gipfel in Peking nehmen Nordkorea, Südkorea, die USA, Japan, Russland und China teil. Die Beratungen sollen bis Freitag dauern.

"Einander respektieren und auf gleicher Augenhöhe beraten"

"China hofft, dass alle Parteien ... sich ernsthaft darum bemühen, das Problem zu lösen, Ruhe und Geduld zeigen, einander respektieren, auf gleicher Augenhöhe beraten, eine gemeinsame Basis suchen und ihre Meinungsunterschiede verringern", zitierte die Nachrichtenagentur Xinhua Wang. Zugleich wurde von chinesischer Seite darauf hingewiesen, dass die Korea-Problematik nicht in ein oder zwei Diskussionen zu lösen sei.

Russland und Südkorea erklärten nach einem Treffen ihrer Vertreter am Vorabend des Gipfels, sie verträten eine gemeinsame Position im Atomstreit. Die Vorgespräche hätten in einer kooperativen Atmosphäre stattgefunden, zitierte Xinhua die russische Botschaft. Beide Seiten drückten ihren "vorsichtigen Optimismus" aus.

Streit seit Oktober 2002

Der Streit dauert seit Oktober vergangenen Jahres, als Nordkorea nach US-Angaben eingeräumt hatte, entgegen einem Abkommen von 1994 sein Atomprogramm fortgesetzt zu haben. In diesem Abkommen hatten sich Nordkorea und USA darauf geeinigt, dass Nordkorea auf sein Atomprogramm verzichtet und im Gegenzug Energiezulieferungen erhält. Der Atomreaktor Yongbyon wurde stillgelegt und von Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) kontrolliert.

Im derzeitigen Atomstreit wies Nordkorea die Inspektoren aus und fuhr den Reaktor Yongbyon wieder an. Das Land trat aus dem Atomwaffensperrvertrag aus, der die Weiterverbreitung von Atomwaffen und der Technologie zu deren Bau verbietet.

In den sich verschärfenden Spannungen hatte China Nordkorea zu multilateralen Gesprächen über den Atomstreit gedrängt, die nun nach monatelangen diplomatischen Bemühungen im Diaoyutai-Gästehaus der chinesischen Regierung unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden sollen. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Aggressionen bei einer Nordkorea-Demonstration in Südkorea. Zu solchen Gefühlswallungen sollte es beim Sechsergipfel nicht kommen.

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