Becken des Neptunbrunnens bei Schloss Hof freigelegt

29. August 2003, 14:54
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Teile der zweigeschossigen, nahezu original erhaltenen Anlage sollen bis Mai 2004 wieder hergestellt werden

Gänserndorf - Erfolge melden die in Schloss Hof im Marchfeld tätigen Archäologen. Bei ihren Grabungen haben sie festgestellt, dass das fast 300 Jahre alte Becken des Neptunbrunnens, bisher nur aus bildlichen Darstellungen bekannt, nahezu original erhalten ist. Nun soll die zweigeschossige Anlage bis Mai 2004 teilweise wieder hergestellt werden.

Von der Abteilung für Bodendenkmale des Bundesdenkmalamtes werden in Schloss Hof bereits seit 1991 archäologische Untersuchungen durchgeführt. Ziel ist es, Informationen über die Struktur heute nicht mehr sichtbarer gartenarchitektonischer Elemente zu gewinnen. Was nun zum Vorschein kam, verwunderte selbst die Fachleute. Grabungsleiter Franz Sauer erklärt: "Johann Lucas von Hildebrandt hat in Schloss Hof für die Ewigkeit gebaut. Der Lehmschlag, den wir im Brunnenbecken angetroffen haben, hält heute noch dicht." Der Neptunbrunnen entstand im Zeitraum 1725 und 1730, als Prinz Eugen von Savoyen die Anlage ausbauen und den berühmten Terrassengarten anlegen ließ.

Bemerkenswerte Wasserversorgung

Bemerkenswert ist laut Experten auch die Wasserversorgung der Brunnen- und Kaskadenanlagen im Garten von Schloss Hof zur Zeit Prinz Eugens. Das kostbare Nass wurde eigens aus dem etwa drei Kilometer entfernten Nachbarort Groissenbrunn hergeleitet. Die zahlreichen Quellen der Umgebung wurden hierfür in drei heute noch erhaltenen Teichen gesammelt und mittels eines hölzernen Schöpfwerkes in ein höher gelegenes Reservoir gepumpt, das 231.552 Eimer fasste. Von hier floss das Wasser in unterirdisch verlegten Leitungen zu den einzelnen Wasserwerken von Schloss Hof.

Grabungen im Meierhof

Interessante Forschungsergebnisse gibt es auch im Meierhof, der ebenfalls von Hildebrandt gestaltet wurde. Hier wird derzeit im Bereich der ehemaligen Pferdeschwemme gegraben. Auf einem 1726 angefertigten Plan ist ein großes Wasserbecken, umgeben von 20 im barocken Stil zugeschnittenen Lindenbäumen, zu sehen.

Obwohl im Laufe der Jahrhunderte dieser Abschnitt immer wieder umgestaltet wurde, legten Grabungsleiter Sauer und sein Team die originalen Humusstreifen etwa 50 Zentimeter unter der Erdoberfläche frei und bestätigten somit die alten Aufzeichnungen. Der Bereich vor dem Meierhof soll ebenfalls bis Mai 2004 originalgetreu wieder hergestellt werden. (APA)

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