Italien droht Verwüstung

26. August 2003, 15:40
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Vor allem Sizilien trifft es hart - Rom investiert 3,6 Milliarden Euro - Schäden um das Zehnfache höher

Rom - Während in der kubanischen Hauptstadt Havanna seit Montag internationale Fachleute im Rahmen der sechsten UNO-Wüstenkonferenz tagen, ist die "Verwüstung" in Italien bereits zu einer Plage geworden, die vor allem breite Teile des Südens belastet. Nach Angaben italienischer Experten betrifft die "Desertifikation" bereits 5,5 Prozent von Italiens Staatsgebiet, was 16.500 Quadratkilometer entspricht. Besonders betroffen sind Sizilien und Sardinien sowie kleinere Mittelmeerinseln wie Pantelleria, Lampedusa und Linosa.

Die "Verwüstung" und der verminderte Bodenertrag belasten 36,6 Prozent des sizilianischen Gebiets und vor allem die Provinzen Sirakus, Enna, Agrigent, Ragusa und Trapani. Auch Sardinien droht der Verlust von 10,8 Prozent seines Gebiets wegen der zunehmenden Landverödung.

Plan zur Dürre-Bekämpfung

Seit 1999 hat Italien einen nationalen Plan zur Bekämpfung der Dürre und der "Desertifikation" verabschiedet. Die Resultate sind jedoch auch wegen der zunehmenden Wasserknappheit der vergangenen Jahren eher enttäuschend. Das Budget für den Kampf gegen die "Verwüstung" sieht Investitionen für 3,6 Milliarden Euro vor. Die Schäden, die durch die Verwüstung entstehen, sind laut Experten jedoch um das Zehnfache höher, berichteten Experten.

Nicht nur Italien, sondern ganz Europa ist dem Problem der Landverödung ausgeliefert. 16 Prozent der europäischen Fläche sei in Gefahr, geht aus einem EU-Bericht hervor. Über 52 Millionen Hektar könnten ohne einschneidende Maßnahmen verloren gehen. Die von der Verwüstung am stärksten gefährdeten Länder sind neben Italien, Spanien, Portugal, Südfrankreich und Griechenland.

Bedrohliche Dimensionen

Verwüstung und Landverödung nehmen global immer bedrohlichere Dimensionen an. Jedes Jahr gehen nach UNO-Angaben zehn Millionen Hektar Land durch Verödung oder Verwüstung verloren. Das entspricht dem 1,2-Fachen der Fläche Österreichs. Der weltweite finanzielle Verlust durch Verwüstung und verminderten Bodenertrag ist auf jährlich rund 42 Milliarden US-Dollar (38,6 Milliarden Euro) zu beziffern. Mehr als 250 Millionen Menschen sind durch Landverödung betroffen. (APA)

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