Kindergärten: Öffnungszeiten als Kriterium

26. August 2003, 13:20
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Berufstätigkeit der Mütter vor allem durch zu kurze oder zu späte Öffnungszeiten behindert

Wien - Eines der wichtigsten Kriterien bei der Kinderbetreuung ist die Öffnungszeit des Kindergartens. Österreichweit wird knapp ein Drittel der betreuten Kinder unter sechs Jahren um 8 Uhr morgens in den Kindergarten gebracht. Der Ruf nach früherem Aufsperren ist evident: 24 Prozent der Eltern wollen ihre Kinder bereits vor dieser Zeit in Spiel- bzw. Kindergruppen bringen. Zweiter Schwerpunkt der Wünsche sind kürzere Ferien in den Betreuungsstellen. Die Mikrozensus-Erhebung der Statistik Austria aus dem September des Vorjahres zeigt den Ist-Stand der Öffnungszeiten und die Wünsche der Eltern.

Kindergarten öffnet oft zu spät

Oft scheitern Frauen mit ihren Berufswünschen nur daran, dass der Kindergarten zu spät öffnet und auch zeitlich unflexibel ist. Frühschluss am Nachmittag bzw. Mittagspausen erschweren selbst Teilzeitarbeit. Für Alleinerziehende ohne helfende Familienmitglieder ein unlösbares Problem. Gegenargument der Betreuungsstellen: Kinderbetreuung ist Personal intensiv, die notwendigen Mittel stehen nicht zur Verfügung.

In Kärnten wird fast die Hälfte der betreuten Kinder unter sechs Jahren bereits vor 8 Uhr in den Kindergarten gebracht, im Burgenland knapp 40 Prozent, in Tirol und Vorarlberg hingegen nur jeweils ein Fünftel.

Zwei Drittel aller außerfamiliär betreuten Kinder unter sechs Jahren besuchen die Kinderbetreuungseinrichtung nur vormittags, ein Fünftel vormittags und über Mittag, ein weiteres Sechstel vormittags und nachmittags.

Wien noch relativ gut ausgerüstet

Ganztägige Betreuung dominiert in Wien und spielt auch im Burgenland eine gewisse Rolle. Überall sonst werden Kinder vorwiegend am Vormittag betreut. Solche Öffnungszeiten stellen vor allem berufstätige und arbeitssuchende Mütter vor erhebliche Probleme. Die wenigen in Österreich bestehenden Betriebskindergärten/-krippen sowie Privatkindergärten und private Krippen werden mit 46 bzw. 43 Prozent häufiger ganztags in Anspruch genommen als öffentliche Kindergärten (16 Prozent).

Bei den Problemen mit den Betreuungsstellen werden am häufigsten die Schließzeiten im Sommer und während anderer Ferien (Weihnachten, Energiewoche, Ostern) genannt. Auch besteht der Wunsch nach längeren Öffnungszeiten während des Tages. (APA)

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