Munchs "Schrei" muss vor Verfall gerettet werden

29. August 2003, 11:24
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Hohe Luftfeuchtigkeit in Oslo setzt Werken hart zu

Oslo - Mit 50 Millionen Kronen (6 Millionen Euro) aus dem Osloer Stadtbudget soll die Sammlung des Munch-Museums mit Meisterwerken wie "Der Schrei" vor dem Zerfall bewahrt werden. Wie die Zeitung "Aftenposten" am Montag berichtete, hat der Stadtrat 12 Millionen Kronen direkt für die Konservierung der Werke des Malers Edvard Munch (1863-1944) zur Verfügung gestellt und den Rest zur Neugestaltung des Museums.

Die Geldspritze des Stadtrates gilt als letzte Rettung für mehrere weltweit bekannte Bilder, darunter neben "Der Schrei" auch "Pubertät". Die hohe Luftfeuchtigkeit in der Stadt am Oslofjord setzte den Werken nach Angaben des Museums besonders hart zu, weil Munch die matte Oberfläche seiner Bilder beibehalten wollte und sie deshalb nicht versiegelte.

Schutzhülle

Bei "Pubertät" löst sich die Leinwand bereits so stark auf, dass das Bild nur noch flach liegend in einer Schutzhülle aufbewahrt werden kann. Die Restaurierung der am schlimmsten beschädigen Bilder werde kein Kurzzeitprojekt sein, sagte Museumsdirektor Gunnar Soerensen. Alleine die Arbeit an "Pubertät" werde einen Vollzeit arbeitenden Restaurator ein Jahr beschäftigen. Das bei der Munch-Ausstellung in der Wiener Albertina (14. März bis 22. Juni) gezeigte Ölbild "Pubertät" sei eine andere Variation dieses Themas, es stamme aus der Sammlung der Nationalgalerie in Oslo und sei in einem besseren Zustand gewesen, so die Albertina auf Anfrage.

Auch Monumentalwerke wie "Die Sonne" und "Alma Mater", die in der Aula der Universität Oslo hängen, sollen durch Konservierungsarbeiten für die Nachwelt bewahrt werden. Die Sammlung des Munch-Museums umfasst etwa 24.000 Kunstwerke Munchs, dazu Fotografien, Bücher, Möbel und andere Gegenstände. Im Oktober wird es sein 40-jähriges Bestehen feiern. (APA)

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