Telekom-Handyumsatz holt Festnetz ein

31. August 2003, 19:55
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Rückgänge im Festnetz, dafür steigende Tendenz in den in- und ausländischen Mobilfunktöchtern der Telekom Austria

Wien - Das Festnetz schrumpft, der Mobilfunk wächst, zumindest was die Telefonminuten betrifft. Übersetzt auf die Telekom Austria (TA) heißt diese Formel: Die Mobilkom-Gruppe kompensierte den Umsatzrückgang im Festnetz "bei weitem", wie TA-Finanzvorstand Stefano Colombo am Dienstag bei Vorlage der Halbjahreszahlen freudig verkündete.

Mobilfunk sorgt für das Ergebnis

Damit ist einmal mehr bewiesen, dass A1 und ihre Töchter Vipnet (Kroatien) und Simobil (Slowenien) für das Ergebnis der ganzen Gruppe sorgen. Das Festnetz ist in die roten Zahlen gerutscht.

"Sehr erfreulich" sei der Nettoüberschuss, der von 16,9 auf 28,2 Millionen Euro gestiegen ist. Um stolze 8,9 Prozent auf 90,3 Mio. Euro gesunken ist allerdings das Betriebsergebnis. Den Weg, auf dem sich das Unternehmen befindet, bezeichnet TA-General Heinz Sundt immer noch als "schwierig", aber "erfolgreich". Im Gesamtjahr sollten Umsatz und operatives Ergebnis (Ebitda) mindestens auf Vorjahresniveau, das Nettoergebnis sogar darüber liegen.

Dividende 2004

Große Hoffnungen auf eine fette Dividende sollten sich Aktionäre nicht machen: Sie soll zwar etwa 50 Prozent des Ergebnisses ausmachen, hochgerechnet vom Halbjahresergebnis dürften aber nicht mehr als zehn bis zwölf Cent pro Aktie herauskommen.

Im ersten Halbjahr 2003 stieg der Umsatz der TA-Gruppe von 1,8 Prozent auf 1,932 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) ging aufgrund höherer Abschreibungen um sechs Prozent auf 204,2 Mio. Euro zurück, während das Nettoergebnis um 31,1 Prozent auf 71,3 Mio. Euro stieg. Das Ebitda erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 779,6 Mio. Euro. Die Nettoverschuldung reduzierte sich von Ende Dezember bis Ende Juni um 7,3 Prozent auf 2,97 Mrd. Euro.

Umsatzrückgang im Festnetz eingependelt

Da der Festnetzmarkt insgesamt derzeit eher kleiner statt größer wird, freut sich der dafür zuständige Vorstand Rudolf Fischer, dass sich der Umsatzrückgang einpendelt und der TA-Marktanteil gleich bleibt. Im ersten Halbjahr weist das Festnetz bei um 2,1 Prozent verminderten Umsatzerlösen von 1,084 Mrd. Euro ein negatives Betriebsergebnis von 5,9 Mio. Euro aus. Grund dafür seien höhere Abschreibungen. Zum Vergleich: Der Umsatz im Mobilfunk lag mit 973,2 Mio. Euro nur mehr knapp unter jenem der Festnetzsparte. (ung, DER STANDARD Printausgabe 27.08.2003)

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    Telekom-Austria Generaldirektor Heinz Sundt (L.) und TA-Vorstand Boris Nemsic

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    Bilanz 1. Halbjahr

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