Südkoreanische Marine feuerte Warnschüsse auf nordkoreanisches Boot

26. August 2003, 15:49
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Nordkoreas Delegation zu "Sechser-Gesprächen" in Peking eingetroffen

Seoul/Peking (APA/AP/dpa) - Ein südkoreanisches Schnellboot hat am Dienstag ein nordkoreanisches Patrouillenboot mit Warnschüssen gestoppt. Das teilte der Generalstab in Seoul mit. Das nordkoreanische Boot, das einen halben Kilometer in südkoreanische Gewässer eingedrungen sei, habe beigedreht; der Zwischenfall sei nach drei Minuten vorbei gewesen. Er warf aber einen Tag vor internationalen Gesprächen über Pjöngjangs Atomprogramm ein Schlaglicht auf die Spannungen entlang der Waffenstillstandslinie.

Nordkoreas Delegation in Peking eingetroffen

Einen Tag vor den Sechser-Gesprächen über das umstrittene Atomprogramm Nordkoreas ist am Dienstag die nordkoreanische Delegation mit Vizeaußenminister Kim Yong Il an der Spitze in Peking eingetroffen. Vor seiner Ankunft bekräftigte der chinesische Vizepräsident Zeng Qinghong, dass China keine Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel sehen wolle. Allerdings sollten auch "begründete Sicherheitsinteressen" Nordkoreas angesprochen werden.

Bei den dreitägigen Gesprächen, an denen außer Russland, den USA und China auch Südkorea und Japan teilnehmen, geht es um eine Einstellung des wieder aufgenommenen Atomprogramms in Nordkorea. Die Delegationen kommen am Dienstag zu einem Abendessen auf Einladung des chinesischen Vizeaußenministers Wang Yi zusammen. Dabei kann es erste informelle Kontakte mit der nordkoreanischen Delegation geben.

Die russische Delegation mit Vizeaußenminister Alexander Losjukow traf sich am Dienstag mit der südkoreanischen Delegation und Vizeaußenminister Lee Soo Hyuck. Ähnliche Konsultationen sind auch mit der Delegation aus Japan geplant. Chinas Vizepräsident Zeng Qinghong wurde in den staatlichen Medien mit den Worten zitiert, die Gesprächsrunde gebe allen Beteiligten eine Gelegenheit, sich für eine friedliche Lösung der Atomfrage zusammenzusetzen.

Aus Delegationskreisen verlautete, ein Durchbruch werde nicht erwartet, doch wäre es schon ein Fortschritt, wenn am Ende der Termin für eine neue Gesprächsrunde festgelegt werden könne.

China äußert Verständnis für Nordkoreas Sicherheitsinteressen

Einen Tag vor Beginn der multilateralen Gespräche zur nordkoreanischen Atomkrise hat China Verständnis für die Sicherheitsinteressen Pjöngjangs geäußert. Während der Verhandlungen in Peking müssten auch die "begründeten" Sicherheitsbedenken Nordkoreas angesprochen werden, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den chinesischen Vizepräsidenten Zeng Qinghong. Die chinesische Regierung werde alle Parteien zur friedlichen Lösung der Atomfrage anhalten. Unter Führung von Vize-Außenminister Kung Sok Ung traf das nordkoreanische Verhandlungsteam in Peking ein. (APA/APdpa)

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