Was Kinderbetreuung kostet

25. August 2003, 22:18
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Durchschnittlich 70 Euro pro Kind und Monat - Große Unterschiede in den einzelnen Ländern

Wien - Die durchschnittlichen Ausgaben der Eltern für Kinderbetreuung außer Haus liegen bei 70 Euro pro Kind und Monat, mit Mittagessen 130 Euro, ohne Mittagessen durchschnittlich 60 Euro. Das geht aus der neuen Mikrozensuserhebung der Statistik Austria hervor. Diese Daten zeigen auch, dass nach wie vor Unzufriedenheit herrscht mit den zu starren Öffnungszeiten.

Am teuersten sind Krippen und Tagesmütter für Kinder unter zwei Jahren. Für sie werden im Schnitt 145 Euro pro Monat ausgegeben. In dieser Kategorie ist die Zahl der Kinder pro Erzieherin am kleinsten, folglich sind die Kosten pro Kind am größten. Knapp dahinter liegen die Kosten für Ganztagsschulen und Schülerhorte mit Mittagessen (130-134 Euro pro Monat).

Als Folge unterschiedlicher Subventionspraktiken und unterschiedlich langer Öffnungszeiten gibt es zwischen den einzelnen Bundesländern erhebliche Unterschiede in den Betreuungskosten. In Wien ist die Betreuung mit durchschnittlich 150 Euro pro Monat am teuersten. In der Bundeshauptstadt sind allerdings auch die Betreuungsdichte und damit die Anteile teurer Betreuungsformen am größten. Betreuung mit Mittagessen kostet in Wien im Schnitt 184 Euro, in Tirol 150 Euro. Dahinter kommen die Steiermark (128 Euro) und Kärnten (125 Euro). Im Gegensatz dazu müssen Eltern für eine Betreuung samt Mittagessen in Vorarlberg im Schnitt nur 90 Euro und im Burgenland sowie in Oberösterreich nur 100 Euro pro Monat zahlen. Ähnlich groß sind die Unterschiede bei den Kosten für eine halbtägige Kinderbetreuung ohne Mittagessen.

Starre Öffnungszeiten stehen oft im Widerspruch zur zunehmenden Flexibilisierung der Erwerbsarbeit. Außerdem sind manche Kindergärten und viele schulische Betreuungseinrichtungen auf Grund ausgedehnter Ferienzeiten (Weihnachten, Ostern, Sommer, schulautonome Tage) 13 Wochen pro Jahr nicht in Betrieb, während erwerbstätige Eltern meist nur fünf Wochen Urlaub haben. Erst ausreichende Öffnungszeiten würden Eltern - insbesondere Frauen - eine Erwerbstätigkeit ermöglichen. Schließzeiten über Mittag oder ein Frühschluss am Nachmittag erschweren selbst eine Teilzeitbeschäftigung.

Eine hohe Zufriedenheit besteht nur mit den Öffnungszeiten von Ganztagesschule sowie von Schulen, die eine Nachmittagsbetreuung anbieten. Gleiches gilt für Tagesmütter. Wünsche nach anderen Öffnungszeiten betreffen im Kindergarten sowie in der Krippe die Betreuung während der Ferienzeiten. Nur bei Betriebskindergärten stellt sich dieses Problem nicht. (APA)

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