Hefte für gute Rechner

26. August 2003, 22:20
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Ein Preisvergleich bei Schulartikeln in Innsbruck ergab, dass billige und teure Angebote in großen wie kleinen Geschäften zu haben sind

Innsbruck – "Überraschenderweise sind nicht die großen Ketten am günstigsten, teilweise ist der Fachhandel viel billiger", zieht Konsumentenschützerin Ulrike Tembler von der Arbeiterkammer Tirol nach einem umfangreichen Preisvergleich bei Schulartikeln Bilanz.

Verglichen wurden 43 gängige Artikel vom einfachen Heft über Schreibwaren bis zu teuren Zeichenplatten. Die Preisunterschiede sind beträchtlich, wobei die 360 Prozent Unterschied bei Karton- Schnellheftern im Format A4 (0,15 bis 0,69 Euro) rekordverdächtig sind. Bei fast allen erhobenen Preisen für Schulhefte war das höchste Angebot mehr als doppelt so teuer wie das billigste. Etwa wurde ein A4-Heft mit 40 Blatt zwischen 0,69 und 1,45 Euro angeboten.

Größte Differenz bei A4-Zeichenplatte

Die absolut größte Differenz entdeckten die Konsumentenschützer bei der A4-Zeichenplatte einer gängigen Marke, die um 24,9 bis 39,9 Euro zu haben war. Preisunterschiede zwischen fünf und zehn Euro wurden wiederholt auch bei Deckfarbkasten, Faserschreibersets und Taschenrechnern erhoben.

Für den Preisvergleich während der dritten Augustwoche wurden fünf Filialen von Handelsketten und ebenso viele Einzelhändler, alle in Innsbruck, herangezogen. "Wer billig einkaufen will, kommt um mühsame Vergleiche und aufwändige Rennerei nicht herum", meint Tembler, nachdem sich gute und schlechte Angebote quer über alle getesteten Geschäfte verteilten und die Erhebungen nur Momentaufnahme seien.

Einzelhandel günstig

Tendenziell werde sich das Bild noch zugunsten des Fachhandels verschieben, vermutet Tembler, nachdem dieser erst kurz vor und mit Schulbeginn verstärkt mit Aktionsangeboten aufwarten werde. Ein Einzelhändler habe sich aus diesem Grund sogar geweigert, an der Erhebung mitzumachen.

Soweit nachvollziehbar, waren Aktionen, die in der Erhebungswoche liefen, diesen Namen auch wert. Einige Geschäfte wurden durch Sonderangebote sogar vom teuersten zum billigsten Anbieter einzelner Produkte. Herausragend ist hier das Beispiel von A4-Klarsichthüllen (100 Stück), deren Preis sich im Aktionsangebot eines Händlers von 3,99 auf 1,99 € halbierte.

Aktionspreise identisch mit den Normalpreisen

Vor allem bei großen Anbietern komme es allerdings auch vor, dass Aktionspreise identisch mit den Normalpreisen sind, warnt Tembler davor, entsprechenden Ankündigungen ungeschaut zu vertrauen.

Wie viel durch gezielten Preisvergleich tatsächlich einzusparen ist, sei schwer abzuschätzen, meint Tembler. Ein typischer Warenkorb für Erstklässler oder andere Altersstufen sei diesmal nicht eigens erhoben worden. Ein zweistelliger Eurobetrag pro Kind sei aber sicher allemal einzusparen. (Hannes Schlosser/DER STANDARD, Printausgabe, 26.8.2003)

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