Bauarbeiten im Stift Melk fördern urgeschichtliche Siedlungsreste zutage

Ansichtssache16. Mai 2014, 17:06
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Melk - Bei Trockenlegungsarbeiten im Kolomani- und im Bibliothekshof des Stiftes Melk ist neben teilweise schon bekannten historischen Fundament- und Mauerresten von Vorgängerbauten eine Siedlung aus der Urnenfelderkultur (etwa 1300 bis 800 vor unserer Zeitrechnung) und der daran anschließenden Hallstattzeit entdeckt worden.

foto: apa/dr. gerda jilch/archäologischer dienst

Bei den Baggerarbeiten zur Trockenlegung der Mauern des Bibliothekstraktes im Westen des Stiftes waren von Anfang an auch das Bundesdenkmalamt und Archäologen dabei. Gefunden wurden kleinere Gruben, größere überkippte Gruben - ursprünglich vermutlich Vorratsgruben - sowie tiefreichende große Grubenobjekte, die ehemalige Wohngruben sei könnten. Darin befanden sich Keramikscherben, Tierknochen, Webgewichte, Werkzeuge, fragmentierte Bronzenadeln und Teile eines Zaumzeuges aus Knochen.

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foto: apa/dr. gerda jilch/archäologischer dienst

Archäologin Gerda Jilch sprach von einem "Sensationsfund", da im Grabungsbereich erstmals eine urgeschichtliche Siedlung nachgewiesen werden konnte. Besonders die aufgefundenen Webgewichte würden als Beweis für eine spätbronzezeitliche Siedlung sprechen, denn "einen Webstuhl baut man nur in einer Siedlung, wo man sich dann auch niederlässt". Die Bodenfunde werden nun wissenschaftlich ausgewertet.

Auch Mauerteile aus dem späten Mittelalter sowie von der vorbarocken Klosteranlage wurden freigelegt. Dabei handelt es sich etwa um Teile eines Ziegelgewölbes und Reste von Pfeilerfundamenten. (APA/red, derStandard.at, 16. 5. 2014)

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