Verschlüsselung: Open-Source-Chip soll für mehr Sicherheit sorgen

16. Mai 2014, 15:29
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Entwickler: "Ich will einen Chip, der nicht aus Washington kommt"

Unter dem Namen Cryptech arbeitet eine Reihe von Experten an einem offenen Kryptochip, der künftig eine vertrauenswürdige Lösung für die Verschlüsselung von Kommunikation bieten soll. Beteiligt an der Entwicklung sind unter anderem Fachleute der Internet Engineering Task Force und des Tor-Projekts.

"Ich will einen Chip, der nicht aus Washington kommt", erklärt dazu Randy Bush gegenüber Heise. Der Amerikaner arbeitet für den japanischen ISP Internet Initiative Japan. Oft würde Hardware, die zur Erzeugung von Schlüsseln verwendet wird von Unternehmen, die auch im Dienste von Regierungen stehen – etwa Israel oder der USA.

Absicherung des Hardware-Stacks

Das Cryptech-Projekt will eine Alternative bieten, die nicht im Vorhinein schon im Verdacht steht, möglicherweise ab Werk einen Backdoor mitzubringen. Derzeit entwickelt man auf einem Field Programmable Gate Array-Kit des Typs Cyclone 5 GX des Herstellers Terasic und verfügt bereits über eigene Varianten von SHA-1, SHA-256 und SHA-512-Verschlüsselung. Noch in Arbeit ist ein eigener Generator für Zufallszahlen.

Den Hardwarestack will man möglichst gut gegen Manipulationen absichern, wobei hierfür eine eigene Expertin an Bord geholt wurde. Ein eigener Zertifizierungsprozess soll künftig die Kompromittierung des Chips durch die Hersteller verhindern.

Prototyp bis Jahresende

Ein Prototyp des Chips soll bis Jahresende fertig gestellt sein. Bisherige Arbeit sowie eine Auflistung der Projektsponsoren finden sich auf der in Aufbau befindlichen Homepage. (red, derStandard.at, 16.05.2014)

  • So sieht der Chip derzeit in seiner Basisversion aus.
    foto: cryptech

    So sieht der Chip derzeit in seiner Basisversion aus.

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