Aufsichtsratsmitglieder der TV-Anstalt RAI kürzen ihr Gehalt

16. Mai 2014, 14:10
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Limit von 240.000 Euro pro Jahr

Rom - Die Topmanager von Italiens öffentlich-rechtlicher TV-Anstalt RAI kürzen ihre Gehälter. Der Aufsichtsrat beschloss die Reduzierung der Gehälter seiner Mitglieder unter 240.000 Euro pro Jahr. Die RAI-Aufsichtsratsmitglieder passten sich damit dem Regierungsbeschluss an, mit dem eine Obergrenze von 240.000 Euro für das Jahresgehalt der Manager in Staatsbetrieben eingeführt worden war.

Zwar würde die Regel nicht für die RAI gelten, die Aufsichtsratsmitglieder der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt beschlossen jedoch, sich freiwillig anzupassen. Premier Matteo Renzi hatte die Vorgabe gemacht, dass kein staatlich bezahlter Top-Manager mehr verdienen dürfe als Staatspräsident Giorgio Napolitano. Dieser verdient genau 239.181 Euro im Jahr.

RAI-Präsidentin Annamaria Tarantola muss sich künftig mit einem deutlich niedrigeren Gehalt zufriedengeben als bisher. Im vergangenen Jahr hatte die Managerin noch 366.000 Euro bezogen. Dasselbe gilt für Generaldirektor Luigi Gubitosi, der 2012 nach einer langejährigen Tätigkeit als Chef beim Telekommunikationsunternehmen Wind in die RAI gewechselt war und an wesentlich höhere Gehälter als jene gewohnt ist, die die RAI jetzt zahlen kann. Im vergangenen Jahr hatte Gubitosi 650.000 Euro bezogen, sein hohes Gehalt hatte für Polemik unter Parlamentariern der Fünf Sterne-Bewegung gesorgt.

Schmerzhafte Ausgabenkürzungen

Die RAI-Aufsichtsratsmitglieder sind mit schmerzhaften Ausgabenkürzungen beschäftigt. Die Regierung will der RAI öffentliche Finanzierungen in Höhe von 150 Millionen Euro kürzen. Um sich über Wasser zu halten, hat das Staatsfernsehen den Verkauf eines Minderheitsanteils an Rai Way beschlossen, der vor 14 Jahren der Besitz der Infrastruktur und Anlagen zur TV-Übertragung übergeben wurde. Einnahmen in Höhe von 250 Millionen Euro erhofft sich die RAI durch die Teilprivatisierung.

Die TV-Anstalt RAI, die 2012 noch Verluste in Höhe von 250 Mio. Euro verbucht hatte, schrieb 2013 wieder schwarze Zahlen und meldete einen Gewinn von fünf Millionen Euro. Das operative Ergebnis betrug 231 Mio. Euro, das sind 66 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Bei den Werbeeinnahmen wurde ein Plus von 1,1 Prozent verzeichnet. Bei den Personalkosten kam es zu einem zweiprozentigen Rückgang.

Im Jahr 2014 will die RAI mit Ausgabenkürzungen sowie mit der Entwicklung neuer Programme, Digitalisierung und Synergien weiterhin wachsen. Derzeit beschäftigt die RAI 11.000 Personen.(APA, 16.5.2014)

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