Dortmund gegen Bayern im Finale leichter Favorit

16. Mai 2014, 12:52
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Bayern wollen ohne Schweinsteiger und Mandzukic Trainer Guardiola rehabilitieren - Reus hoffnungsfroh: "Sind die Mannschaft, die Bayern schlagen kann"

Berlin - Borussia Dortmund und Bayern München bestreiten am Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) in Berlin das 71. Finale um den DFB-Cup. Im ausverkauften Berliner Olympiastadion geht es aber vor allem für die Bayern um mehr. Denn mit einem - möglichst überzeugenden - Sieg wollen ÖFB-Teamspieler David Alaba und Co. die jüngst aufgekommenen Zweifel am "System Guardiola" beiseite wischen.

Bayern München könnte am Samstag sein zehntes Double perfekt machen. Mit 16 Erfolgen sind die Münchner Cup-Rekordsieger, der BVB holte die Trophäe bisher dreimal. Die beiden Vereine haben dem deutschen Fußball in den vergangenen Jahren ihren Stempel aufgedrückt, zusammen in den vergangenen sechs Jahren fünf Meisterschaften und vier Cup-Titel gewonnen. Dazu machten die deutschen Top-Clubs im letzten Jahr das Champions-League-Finale in London unter sich aus.

Schwarz-Gelb leichter Favorit

Daran, dass man nach dieser Saison wie im Vorjahr ohne gewichtigen Titel dastehen könnte, denkt im Lager der Schwarz-Gelben aber vorerst niemand. "Wir sind die Mannschaft, die die Bayern am ehesten schlagen kann", verkündete BVB-Nationalspieler Marco Reus. In dieser Saison war das zweimal gelungen, im Supercup-Finale (4:2) Ende Juli und erst vor wenigen Wochen in der Bundesliga beim 3:0-Sieg in München. Aufgrund der jüngsten Leistungen in Bundesliga und Champions League geht der BVB als leichter Favorit ins deutsche Traumfinale.

Dem Cup-Endspiel kommt auch aus einem anderen Grund eine besondere Brisanz zu. Denn nachdem die Münchner im Semifinale der Champions League unrühmlich an Real Madrid gescheitert waren, ließen einige deutsche Medien kein gutes Haar an Trainer Pep Guardiola, der zuvor noch landesweit als "Messias" und "Fußball-Revolutionär" gefeiert worden war. Das System des Katalanen sei "veraltet", in seinem Konzept fehle es an Alternativen, und seine Personalauswahl sei zu starr, hieß es unter anderem.

Im Kaders des deutschen Rekordmeisters scheinen sich aber nicht alle einig zu sein, was die Einschätzung der Spielzeit 2013/14 angeht. Für Mittelfeldspieler Arjen Robben war es heuer "eine sehr gute Saison, und wenn wir gewinnen, ist es eine Supersaison." Thomas Müller dagegen räumte nach zuletzt durchwachsenen Leistungen ein, dass bei einer Niederlage "ein kleiner Schatten auf der Saison" läge.

Schweinsteiger und Mandzukic Zuschauer

Ob Ribery einlaufen wird, ist noch nicht klar. Der 31-Jährige fiel zuletzt wegen Rückenproblemen aus und dürfte daher auf der Bank beginnen. Fix nicht dabei sind Bastian Schweinsteiger und Mario Mandzukic. "Bastian hat Probleme mit dem Knie. Dass Mandzukic nicht dabei ist, ist meine Entscheidung", sagte Trainer Pep Guardiola am Freitag bei der Pressekonferenz.

Der in der Torjägerliste hinter dem Noch-Dortmunder Robert Lewandowski zweitplatzierte Kroate wird in einem Bericht der "Bild"-Zeitung mit Chelsea in Verbindung gebracht, ein mögliches Tauschgeschäft mit dem FC Bayern heizt Spekulationen über die sportliche Zukunft des Stürmers an.

Besonders im Blickpunkt wird diesmal Lewandowski stehen, weil er seine Abschiedsvorstellung für Dortmund gibt, bevor er nach München wechselt. "Mich interessiert mein neuer Arbeitgeber im Moment überhaupt nicht. Ich möchte einen krönenden Abschluss - am liebsten mit einem Pokal in der Hand", sagte der bescheidene Pole.

Definitiv fällt auch Mittelfeldmann Thiago Alcantara aus. Der spanische Nationalspieler muss nach einem erneuten Anriss des Innenbandes im rechten Knie "zeitnah" operiert werden. Bei Dortmund fehlen die Langzeit-Verletzten Ilkay Gündogan (Stauchung der Wirbelsäule) und Jakub Blaszczykowski (Kreuzbandriss).

Ausgeglichene Bilanz

Die Bilanz der jüngsten zehn Duelle zwischen den beiden Clubs ist ausgeglichen: Sowohl der BVB als auch Bayern haben vier Spiele gewonnen, zwei Duelle endeten mit einem Remis. Bei der Tordifferenz haben die Schwarz-Gelben knapp mit 17:14 die Nase vorn. Im Cup ist es bereits das dritte Endspiel beider Mannschaften. 2007 setzte sich der große Favorit aus München erst in der Verlängerung mit 2:1 durch, 2012 triumphierte die Borussia in einem denkwürdigen Finale mit 5:2. (APA, 16.5.2014)

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer - Jojic, Sahin - Mchitarjan, Reus, Großkreutz - Lewandowski. - Trainer: Klopp

Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Martínez - Robben, Höjbjerg, Kroos, Götze - Müller. - Trainer: Guardiola

  • Klopp, Pokal, Guardiola.
    foto: reuters/tobias schwarz

    Klopp, Pokal, Guardiola.

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