ÖAW-Budget wird jährlich um 16 Millionen steigen

16. Mai 2014, 12:57
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Boltzmann-Gesellschaft erhält pro Jahr drei Millionen zusätzlich

Wien - Das Budget der Akademie der Wissenschaften steigt von 2015 bis 2017 um jährlich 16 Millionen Euro, gab Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner bekannt. Die Boltzmann-Gesellschaft erhält von 2016 bis 2018 jährlich drei Millionen mehr. Mit dem Plus von 243 Millionen Euro für den Wissenschaftsfonds FWF gebe es damit eine "solide Absicherung der Kontinuität in der Forschungsfinanzierung".

Entwirrung mit Zahlen

Weil es rund um den Budgetausschuss "Verwirrungen" um die mehrjährigen Forschungsbudgets in seinem Ressort gegeben habe, wollte Mitterlehner am Freitag gemeinsam mit FWF-Präsidentin Pascale Ehrenfreund nochmals über die Budgetierung informieren. Für den FWF stünden im Zeitraum 2016-2018 in Summe 552 Millionen Euro im Finanzrahmen, um 243 Millionen mehr als bisher. "Hätten wir das nicht gemacht, wäre das Budget beinahe halbiert worden", sagte Mitterlehner. Denn im Bundesbudget waren bisher mit 102 Millionen Euro nur rund die Hälfte des FWF-Budgets fixiert, die restlichen Mittel kamen unter anderem aus - mittlerweile zur Neige gehenden - Rücklagen.

Sichergestellt sei auch die Finanzierung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), sagte der Minister. Für die Leistungsvereinbarungsperiode 2015-2017 steigt das Budget gegenüber der derzeit laufenden Drei-Jahres-Periode von 268 Millionen Euro auf 315 bzw. jährlich von 89 auf 105 Millionen Euro. Der weitere Ausbau des Institute of Science and Technology (IST) Austria sei mit 56 Millionen abgesichert worden.

Die Ludwig Boltzmann-Gesellschaft (LBG) erhält im Zeitraum 2016-2018 jährlich drei Millionen Euro zusätzlich. Derzeit bekommt die LBG laut dem bis 2015 laufenden Finanzierungsvertrag ein Jahresbudget von 6,7 Millionen Euro.

Blick auf die Zukunft

Ehrenfreund freut sich, dass der FWF "erstmals seit Jahrzehnten in der Lage ist, langzeitige Planungen durchzuführen". Damit könne der Fonds Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen "besser unterstützen, weil wir eine solide Basis haben".

Die Zukunft der Doktoratskollegs, deren Ausschreibung der FWF Anfang des Jahres aufgrund der Budgetunsicherheit ausgesetzt hat, sei derzeit noch unklar. Man sei hier im Gespräch mit dem Ministerium, "wie das weitergehen soll", so Ehrenfreund. Mögliche Änderungen deutete die FWF-Chefin bei den Start- und Wittgensteinpreisen an. Auch wenn es derzeit keine konkreten Pläne gebe, will der FWF im Dialog mit den Unis überprüfen, ob es dringendere Förderprogramme gibt, etwa für Postdocs in früheren Phasen der Karriere. Hintergrund der Überlegungen ist, dass es seit Einführung des Europäischen Forschungsrats (ERC) mit den "Starting- und Advanced Grants" sehr ähnliche Förderprogramme auf europäischer Ebene gibt.

Unklar ist übrigens noch die weitere Finanzierung der 2011 eingeführten Zahlung sogenannter Overheadkosten zur Abgeltung von Nebenkosten durch FWF-Projekte an die Unis. Diese ist nur bis Ende dieses Jahres gesichert. Derzeit werde im Ressort überlegt, wie man dies weiterführen kann, sagte Mitterlehner. (APA, derStandard.at, 16. 5. 2014)

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