Presserat kritisiert Veröffentlichung von Privatfotos

16. Mai 2014, 11:57
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"Medienethische Grenzen überschritten" - Private Details bei Berichterstattung über Suizid würden zur Nachahmung anregen

Wien - Der österreichische Presserat mahnt erneut zu Zurückhaltung bei der Berichterstattung über Suizide. Jüngster Anlass war der Selbstmord eines 19-Jährigen, der am 26. April in einem Wohnhaus in Wien eine Explosion auslöste. Durch die Veröffentlichung privater Fotos des 19-Jährigen sieht der Presserat medienethische Grenzen überschritten.

Als Beispiele führte das Kontrollorgan offenbar von Facebook stammende Fotos an, die den jungen Mann unter anderem beim Tanzen und mit seinem Haustier zeigen. In einigen Medien wurden Details über private Lebensumstände des Verstorbenen geschildert. "Die Veröffentlichung privater Details im Zusammenhang mit der Ursache für den Suizid greift nicht nur in die Intimsphäre ein, sondern birgt auch die Gefahr der Nachahmung vor allem für Personen, die sich ebenfalls in einer Krisensituation befinden", erklärte der Presserat am Freitag in einer Aussendung.

Zuletzt hatte der Presserat erst Anfang April zu Zurückhaltung bei der Suizid-Berichterstattung gemahnt, und zwar in Zusammenhang mit der Tod von L'Wren Scott, der Lebensgefährtin Mick Jaggers. (APA, 16.5.2014)

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