Nur neun Prozent gehen der Umwelt zuliebe vom Gas

16. Mai 2014, 11:54
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Müll trennen und Licht ausschalten weit verbreitet - bei der Mobilität endet aber die Energiesparbereitschaft

Linz - 60 Prozent der Österreicher trennen eifrig ihren Müll, fast ebenso viele schalten beim Verlassen des Raumes das Licht aus. Zu Einschnitten in ihrer Mobilität im Namen des Umweltschutzes sind aber vergleichsweise wenige bereit. Nur neun Prozent nehmen etwa auf der Autobahn dem Klima zuliebe den Fuß vom Gas. Das zeigen die am Freitag veröffentlichten Ergebnisse einer IMAS-Umfrage.

Städter wünschen sich größeres Engagement

63 Prozent der 1.003 repräsentativ für die Bevölkerung über 14 Jahre ausgewählten und in persönlichen Interviews Befragten sind der Ansicht, es solle mehr für den Klimaschutz unternommen werden. Rund ein Viertel findet, dass bereits genug geschieht. Vor allem Städter und Bessergebildete wünschen sich größeres Engagement.

Im eigenen Bereich setzen die Österreicher auf kleine Maßnahmen: 52 Prozent verzichten öfter auf die Badewanne und duschen stattdessen. 47 Prozent achten darauf, Elektronik nicht im Standby-Modus laufen zu lassen. Je 35 Prozent versuchen Plastiksackerl zu vermeiden und kaufen wenn möglich energiesparende Geräte oder Lampen. Ein knappes Drittel macht einen Bogen um ausländische Lebensmittel, 22 Prozent greifen vermehrt zu Bioprodukten.

Ältere bravere Energiesparer

Ältere sind durchwegs bravere Energiesparer als Jüngere. Betrachtet man die Geschlechter, zeigt sich wenig Überraschendes: Frauen nehmen es mit der Mülltrennung, dem Vermeiden unnötiger Verpackungen oder dem energiesparenden Lüften genauer als Männer. Dafür verzichten sie weniger gern auf eine randvolle Badewanne und können sich nicht so sehr mit einem Absenken der Raumtemperatur anfreunden.

Weniger Zugeständnisse an Umwelt und Klima wollen die Österreicher anscheinend bei ihrer Mobilität machen: Nur 30 Prozent versuchen Autofahrten zu reduzieren, 27 Prozent unternehmen weniger Fernflüge. Mehr Wege mit Öffis oder dem Fahrrad zu erledigen kommt nur 26 Prozent in den Sinn. Neun Prozent fahren auf der Autobahn langsamer, ebenso viele verzichten dafür gleich ganz auf den eigenen Pkw. (APA, 16.5.2014)

  • Umweltschutz ja, aber nicht unbedingt, wenn es darum geht, auf der Autobahn möglichst schnell voranzukommen.
    foto: epa/schmidt

    Umweltschutz ja, aber nicht unbedingt, wenn es darum geht, auf der Autobahn möglichst schnell voranzukommen.

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