Was sich Berufseinsteiger erwarten

17. Mai 2014, 09:00
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Das Forschungsinstitut Trendence hat Absolventen technischer und wirtschaftswissenschaftlicher Studien nach ihren Erwartungen an ihren künftigen Arbeitgeber befragt. Erste Ergebnisse liegen nun vor

Wertschätzung, ausgewogene Work-Life-Balance, ein attraktives Aufgabengebiet und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, der Wunschzettel von Uni-Absolventen ist lang. Das deutsche Forschungsinstitut Trendence erhebt dafür jährlich und weltweit die beruflichen Erwartungen von Absolventen und Absolventinnen wirtschaftlicher und technischer Studien an ihre künftigen Arbeitgeber. Für die aktuelle Erhebung wurden rund 10.000 österreichische abschlussnahe Studierende befragt.

Und trotz angespannter Arbeitsmarktsituation ist rund die Hälfte der befragten Absolventen überzeugt, 2014 einen ihren Qualifikationen und Ansprüchen entsprechenden Job zu finden - Männer in ausgeprägterer Form. Denn nur ein Drittel der befragten Absolventinnen geht davon aus, auch einen entsprechenden Job finden zu können. Wichtiger als betriebliche Zusatzleistungen wie Dienstwagen oder Kreditkarte ist den jungen Berufseinsteigern aber eigenständiges Arbeiten.

Bei der Einschätzung, wie gut die befragten Teilnehmer durch ihr Studium auf die Arbeitswelt vorbereitet sind, sind sich Frauen und Männer ziemlich einig. Knapp die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass sie durch die besuchten Kurse mit den notwendigen Skills für die Arbeitswelt gerüstet sind.

Dennoch blicken Frauen pessimistischer in ihre berufliche Zukunft als Männer. Fast die Hälfte der Teilnehmerinnen macht sich laut Erhebung Sorgen darüber, aber nur gut 15 Prozent der männlichen Kollegen tun das. Hier spielt wohl auch die Familienplanung eine Rolle. Denn mehr als 40 Prozent der befragten Frauen erwarten sich durch Karenzzeiten negative Auswirkungen auf ihre Karriere, aber nur ein Viertel der Männer befürchtet hier negative Effekte.

Gehaltserwartungen

Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen herrschen auch bei den Erwartungen bezüglich des Gehalts. Während der Großteil der Männer hier sehr genau weiß, was er als Einstiegsgehalt verlangen kann, sind Frauen bei dieser Frage unsicherer. Am bescheidensten sind Absolventinnen eines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums. Sie verlangen um 20 Prozent weniger Gehalt als ihre männlichen Kommilitonen.

Das Image des Arbeitgebers spielt bei Männern eine geringere Rolle als bei Frauen. Mehr als ein Drittel der befragten Absolventen würde, wenn das Gehalt stimmt, auch bei einem Unternehmen mit schlechtem Image zu arbeiten beginnen. Aber nur knapp 20 Prozent der Frauen würden das tun.

Und: Rund 40 Prozent der befragten Männer finden es nicht richtig, dass Frauenkarrieren besonders gefördert werden.

Attraktive Unternehmen

Der beliebteste Arbeitgeber bei den technischen Studienabgängern ist nach wie vor Google, auch wenn sich der Abstand zu den weiteren Plätzen verringert hat. Die größten Aufsteiger bei den Technikern und auf den Plätzen zwei und drei sind Voestalpine und Bayer.

Bei den Wirtschaftswissenschaftern liegt seit 2009 Red Bull an erste Stelle, gefolgt von der BMW Group und Google. An Attraktivität gewonnen hat bei den Wirtschaftsstudierenden die Europäische Union als Arbeitgeberin. Microsoft, aber auch die Managementberatung McKinsey & Company zählen zu den Absteigern beim diesjährigen Ranking.

Mit einem Vertrauensverlust durch die Wirtschaftskrise haben diese Veränderungen wenig zu tun. Denn nur für ein Viertel der befragten Absolventen hat die Krise das Vertrauen in den Arbeitgeber gemindert. (DER STANDARD, 17./18.5.2014)

  • Gut gerüstet für den Arbeitsmarkt, sind Studienabgänger überzeugt, auch einen entsprechenden Job zu finden.
    foto: www.istockphoto.com/photoevent

    Gut gerüstet für den Arbeitsmarkt, sind Studienabgänger überzeugt, auch einen entsprechenden Job zu finden.

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