Elektronische Hilfen machen Betagte und Kranke unabhängiger

16. Mai 2014, 10:41
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GPS-Ortungssysteme, sprechende Wohnungsschlüssel und andere Hilfsmittel erleichtern Alltag für Betroffene und Pflegepersonal

Elektronische Systeme für Betagte und chronisch Kranke können diesen helfen, ein selbstständiges, sicheres und aktiveres Leben zu führen. Das ist eine Erkenntnis aus dem EU-SPES-Projekts (Support Patients through E-Service Solutions), das in den vergangenen drei Jahren Techniker, Wissenschafter und soziale Einrichtungen in Italien, Belgien, der Slowakei, Tschechien und Österreich vernetzt hat.

Aktive Ortungssysteme

In Italien, bei einer Projektgruppe in Ferrara, ging es beispielsweise um die telemedizinische Überwachung des Zustands von Patienten, die ständig auf Sauerstoffzufuhr angewiesen sind. Das Wiener Pilotprojekt im Rahmen des Programms beschäftigte sich mit der Entwicklung und Testung von Hilfssystemen für Demenzkranke.

An den Praxistests nahmen 98 in Wiener Einrichtungen betreute Patienten teil. So wurden zum Beispiel aktive Ortungsysteme in einem Tageszentrum eingesetzt, die Alarm schlagen, wenn ein Patient sich allein in potenziell gefährliche Areale wie etwa Dachterrassen begibt. Dann kann er von Betreuern aufgesucht und zur Umkehr bewegt werden.

GPS-Systeme wiederum können helfen, Demenzkranke, die sich verirrt haben, wiederzufinden. "Sprechende" Wohnungsschlüssel erinnern daran, dass die damit versorgte Person eben diese Schlüssel wirklich mitnimmt, wenn sie die Wohnung verlässt. Ähnlich funktionieren auch aktive Etiketten auf Objekten, man auch im Fall des Verlegens wiederfinden können soll.

Elektronisches Erinnerungsbuch

Wer je gesehen hat, wie Demenzkranke durch das Anstoßen der Erinnerung an frühere Lebensabschnitte aktiviert und stundenlang beschäftigt werden können, ist sofort von dem "elektronischen Erinnerungsbuch" fasziniert, das als Software-Entwicklung in Wien getestet wurde.

Die individuelle Lieblingsmusik, Bücher und Fotoalben werden in einen Computer geladen. Der Patient kann "sein" Buch leicht über einen Touchscreen ansteuern. Die Erinnerungen erschließen häufig wieder einen Zugang zu den oft passiven und in sich "eingeschlossenen" Personen. Manche Demenzkranke wurden damit auch zum selbstständigen Internet-Surfen animiert. (APA, derStandard.at, 16.5.2014)

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