Familienforscher Mazal: "Toleranz auch für Heterosexuelle"

15. Mai 2014, 19:21
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Sozial- und Arbeitsrechtsprofessor gegen Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare

Wien - Im Zuge des Rummels rund um den Sieg von Conchita Wurst beim Eurovision Songcontest warnt Familienforscher Wolfgang Mazal davor, Menschen, die heterosexuelle Lebensformen bevorzugen, zu diskriminieren. Toleranz sei auch für Heterosexualität nötig, sagte Mazal in einem Interview mit der katholischen Presseagentur "kathpress".

Jene Toleranz, die Conchita Wurst entgegengebracht wird, müsse auch für jene gelten, die für andere Lebensformen und eine eindeutige Geschlechtsidentität eintreten. "Jemandem, der für die Ehe eintritt, soll man nicht gleich unterstellen, dass er andere Lebensformen diskriminiert", präzisiert Mazal im Gespräch mit derStandard.at.

Die SPÖ hat den Sieg von Wurst dazu genutzt, den Druck auf die ÖVP für die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare zu erhöhen. Mazal spricht sich gegen eine solche Änderung aus. "Die Ehe ist ein historisches Gefüge und war als solches immer für Mann und Frau gedacht." Es stehe außer Frage, dass homosexuelle Paare nicht diskriminiert werden dürfen, es gehe hier um die Begrifflichkeit.  "Man kann aus einem Topf nicht morgen eine Pfanne machen."

Der Professor für Sozial- und Arbeitsrecht spricht sich stattdessen dafür aus, dass für gleichgeschlechtliche Paare ein eigenes Rechtsinstitut geschaffen wird, mit dem dieselben Rechte einer Ehe einhergehen. Bei der derzeitigen eingetragenen Partnerschaft sei dies noch nicht der Fall. (red, derStandard.at, 15.5.2014)

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