Britische Firma verliert Patent auf Sperma-Auswahlverfahren

15. Mai 2014, 18:12
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Das Europäische Patentamt gab einer Beschwerde von Kritikern statt

München - Das Europäische Patentamt (EPA) hat ein Patent auf menschliche und tierische Spermazellen widerrufen, die nach Geschlecht der Nachkommen sortiert sind. Mit der am Donnerstag bekannt gegebenen Entscheidung folgte das EPA in München dem Einspruch der gentechnikkritischen Organisation Testbiotech. Die betroffene britische Firma Ovasort kann dagegen noch Beschwerde einlegen.

Das Patent zielte auf die Bestimmung von männlichen und weiblichen Geschlechtszellen in Spermien. Damit hätte etwa das Geschlecht eines Wunschkindes vorab festgelegt, aber auch die Befruchtung mit Spermien verhindert werden können, die geschlechtsbezogene Erbkrankheiten weitertragen. Zudem hätte das Patent in der Tierzucht angewandt werden können.

"Das steht im Widerspruch zur Biopatentrichtlinie, wonach menschliche Keimzellen nicht patentiert werden können", sagte der stellvertretende EPA-Sprecher Rainer Osterwalder vor Journalisten.

Christoph Then von Testbiotech begrüßte den Erfolg: Es gebe immer wieder Versuche, den menschlichen Körper über das Patentrecht kommerziell auszubeuten, kritisierte er. "Wir fordern deswegen die Politik auf, für klare Grenzen im Patentrecht zu sorgen", erklärte Then. (APA/red, derStandard.at, 15.5.2014)

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