Firefox-Browser künftig mit DRM-Unterstützung

15. Mai 2014, 16:33
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System stammt von Adobe - Schritt laut Mozilla derzeit alternativlos

Nachdem Mozilla erst vor kurzem seine Pläne zur Integration von Werbung in leeren Firefox-Browsertag zumindest vorläufig auf Eis gelegt hat, gibt es nun Informationen zu einer weiteren, kommenden Neuerung. Künftig werden Kopierschutzmechanismen in den Browser integriert.

Schwere Entscheidung

In einem Blogeintrag erklärt Mitchell Baker, die den Vorsitz der Stiftung führt, dass man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Allerdings sei die DRM-Unterstützung auch in anderen populären Surftools von Chrome, Apple oder Microsoft implementiert, künftig würden die Anbieter der Inhalte deren Wiedergabe in Firefox sonst unterbinden.

Implementiert wird, so fasst PC Welt zusammen, das DRM-System von Adobe, "Encrypted Media Extensions". Dieses soll es ermöglichen, Filme im Browser auch ohne externer Plugins wie dem Flash Player betrachten zu können. Das System soll Teil von Firefox unter Windows, MacOS und Linux werden. In welcher Version die Einführung erfolgen soll, steht noch nicht fest.

Gleichzeitig betont Mozilla, sich für eine alternative Lösung anstelle klassischer DRM-Systeme stark zu machen, derzeit aber keine Alternative dazu sieht, ohne einen Absprung vieler Nutzer befürchten zu müssen.

Diskussionen erwartet

Der Schritt dürfte zu heftigen Diskussionen in der Community führen, die man zuletzt mit der kurzzeitigen Ernennung von Brendan Eich zum CEO großteils verärgert hatte. Eich hatte sich mit einer Tausend-Dollar-Spende an einem Gesetzesentwurf gegen die Legalisierung homosexueller Ehen in Kalifornien beteiligt. Nach rund zwei Wochen räumte er aufgrund des großen Drucks den Chefposten bereits wieder. (red, derStandard.at, 15.05.2014)

  • Derzeit sieht Mozilla keine Alternative zur DRM-Implementierung.
    foto: aretadobem/cc by 2.0 flic.kr/p/38b3h9

    Derzeit sieht Mozilla keine Alternative zur DRM-Implementierung.

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