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Die Filmemacherin Isa Genzken

23. Mai 2014, 11:48

Das Filmprogramm zur Ausstellung

Isa Genzken ist nicht nur eine vielseitige, sondern auch eine visuell denkende Künstlerin. Neben ihren Skulpturen sind zahlreiche fotografische Werke entstanden, aber auch eine Anzahl Filme. Diese greifen Themen auf, die sich wie ein roter Faden durch das Werk der Künstlerin ziehen: Modernistische Architektur, die Widersprüche des Urbanen, aber auch die Existenz des Künstlers als selbstkritisch Denkender. An drei Abenden zeigt die Kunsthalle Wien eine Auswahl ihres filmischen Schaffens.


Do 10. Juli, 19 Uhr

Isa Genzken, Zwei Frauen im Gefecht

1974, 16mm übertragen auf DVD, s/w, ohne Ton, 10 Min.
Darstellerinnen: Isa Genzken, Susan Grayson
Kamera: Benjamin H. D. Buchloh

Zwei Künstlerinnen – Isa Genzken und Susan Grayson – tauschen ihre Kleidung. Die eine ist groß und dünn, die andere kleiner und dicker, und doch passen Bluse, Rock, BH und Schuhe auf unterschiedliche Weise beiden gleichermaßen gut, wie der mehrmals wiederholte Austausch dokumentiert.

Isa Genzken, Chicago Drive

1992, 16mm übertragen auf DVD, Farbe, Ton, 25 Min.
Kamera: Ray Wang

Chicago Drive ist eine filmische Auseinandersetzung mit der berühmten Architektur Chicagos, die durch Kamerafahrten entlang der Fassaden von Hochhäusern, reflektierenden Fenstern und Autobahnen eingefangen und in eine abstrakte Matrix der Moderne übersetzt wird.

Isa Genzken, Meine Großeltern im Bayrischen Wald

1992, Video, Farbe, Ton, 63 Min.

Der Film, den Isa Genzken 1992 über ihre Großeltern kurz vor deren Tod gedreht hat, ist ein persönliches Dokument, das Alltag und Routine eines abgeschieden lebenden Ehepaares festhält. Er macht das Private öffentlich, ohne es der Öffentlichkeit preiszugeben. Das Haus und die Lebenswelt der Großeltern erscheinen wie eine Gegenwelt zu jener, die sich in Genzkens anderen Werken spiegelt, und markiert doch auf nachdrückliche Weise die Vorstellung des gelebten Raumes als gesellschaftlich sozialem Raum.


Do 24. Juli, 19 Uhr

Isa Genzken, Warum ich keine Interviews gebe

2003, Video, Farbe, Ton, 5 Min.

In dem auf Improvisation beruhenden 5-minütigen Film Warum ich keine Interviews gebe spielt Kai Althoff einen investigativen Kunstjournalisten, der die Künstlerin Isa Genzken zu ihrem Werk befragen will. Ein Interview zu geben sei das Gegenteil davon, Kunst zu machen, stellt Genzken fest, und beantwortet die Frage nach ihrem Zugang zur zeitgenössischen Kunst damit, dass die Nötigung, solche Fragen beantworten zu müssen, der Grund sei, warum sie keine Interviews gibt. Ein Interviewfilm über die Weigerung, interviewt zu werden.

Isa Genzken, Empire/Vampire, Who Kills Death

2003, Video, Farbe, ohne Ton, 40 Min.

Empire/Vampire ist eine Gruppe von Skulpturen aus Alltagsgegenständen, die wie in einem Diorama katastrophische Szenarien entfalten. Auf Sockeln in Augenhöhe präsentiert, entwickelt Genzken in diesen Assemblagen eine dystopische Sicht auf die Gegenwart.

Das Video Empire/Vampire, Who Kills Death zeigt, wie Genzken die gleichnamige Werkgruppe mit Hilfe ihres Kameramanns Christoph Manz filmisch dokumentiert und als ein selbst ständig in Bewegung und Veränderung befindliches bildhauerisches Werk interpretiert.


Do 4. September, 19 Uhr

Isa Genzken/Wilhelm Schnell, Ground Zero

2007/2008, Video, Farbe, kein Ton, 6 Min.

Das Video von Wilhelm Schnell und Isa Genzken zeigt den Ground Zero in New York vom 36. Stockwerk des Millenium Hotels aus gesehen.

Isa Genzken/Kai Althoff, Die Kleine Bushaltestelle (Gerüstbau)

2012, Digitalfilm, Farbe, Ton, 70 Min.

Zusammen mit Kai Althoff hat Isa Genzken zwischen 2007 und 2010 einen Episodenfilm zwischen Slapstick und Improvisationstheater gedreht, in dem sie unterschiedliche Rollen und Paarkonstellationen durchspielen. Zu Hause und unterwegs, in Berlin, Köln und New York wurde mit einer einfachen Digitalkamera gedreht. Die lose verbundenen Sketche und Szenen kreisen um Liebe und Sex, den Wetterbericht, Krankheit, Geld und immer wieder die Kunst. Viele der Episoden, dialogisch oder antagonistisch angelegt, verstehen sich als Allegorie auf die zeitgenössische Kreativexistenz und deren Aporien.

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    foto: isa genzken/wolfgang tillmans, atelier, 1993, courtesy galerie buchholz, berlin/köln
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