Präsidentenwahl im Libanon erneut gescheitert

15. Mai 2014, 14:37
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Hisbollah boykottierte die Sitzung - Machtvakuum droht

Beirut - Im Libanon scheiterten die Parlamentarier am Donnerstag zum vierten Mal mit dem Versuch, einen neuen Staatspräsidenten zu wählen. Der Block der proiranischen Schiiten-Bewegung Hisbollah boykottierte die Sitzung am Donnerstag. Dadurch wurde das erforderliche Quorum von zwei Drittel der 128 Abgeordneten nicht erreicht. Parlamentspräsident Nabih Berri beraumte eine neue Sitzung für den 22. Mai an.

Im Libanon kann nur ein maronitischer Christ Präsident werden. Die Amtszeit von Präsident Michel Suleiman endet am 25. Mai. Sollten sich der Hisbollah-Block und das rivalisierende Lager um die sunnitische Zukunftsbewegung bis dahin nicht auf einen Kandidaten einigen, droht ein Vakuum. Dies wäre gefährlich, weil die Lage wegen des syrischen Bürgerkrieges ohnehin schon extrem angespannt ist. Die Miliz der Hisbollah kämpft auf der Seite des Regimes von Präsident Bashar al-Assad. Die meisten libanesischen Sunniten sympathisieren mit den Regimegegnern. (APA, 15.5.2014)

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