Telekom Austria - Kapitalerhöhung bis Mitte 2015 fixiert

15. Mai 2014, 13:09
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Vetorechte haben Haken: Legt sich die ÖIAG gegen künftige Kapitalerhöhungen quer, könnte Slim bei der Osteuropa-Expansion Telekom Austria umschiffen

Die dünne Kapitaldecke der teilstaatlichen Telekom Austria soll bis spätestens Mitte 2015 aufgestockt werden. Die beiden Großaktionäre America Movil und ÖIAG haben sich laut den am Donnerstag veröffentlichten Unterlagen zum Übernahmeangebot verpflichtet, eine Kapitalerhöhung von 1 Mrd. Euro im zweiten Halbjahr 2014 oder im ersten Halbjahr 2015 zu unterstützen.

Der Zeitplan sei demnach vom Marktumfeld abhängig. Die Staatsholding ÖIAG hatte bereits angekündigt, für die Kapitalerhöhung 250 bis 280 Mio. Euro zu brauchen. "Die ÖIAG wird bei einer solchen Barkapitalerhöhung ihr Bezugsrecht jedenfalls soweit ausüben, dass ihre Beteiligung an der Zielgesellschaft zumindest 25 Prozent plus eine Aktie nach Durchführung der Barkapitalerhöhung beträgt", heißt es in den Unterlagen.

Veto

Solange die ÖIAG mehr als 25 Prozent hält, hat die Staatsholding Vetorechte, etwa wenn es um künftige Kapitalerhöhungen oder Standortfragen geht. Bei einem Anteil zwischen 25 und zehn Prozent muss die ÖIAG auf einige der Rechte verzichten. Wenn ein Vertragspartner unter 10 Prozent fällt, wird der auf 10 Jahre abgeschlossene Syndikatsvertrag laut den Unterlagen automatisch aufgelöst.

Slim und America Movil haben auch vereinbart, dass die Expansion in Osteuropa exklusiv über die Telekom Austria abgewickelt werden soll. Die Sache hat aber einen Haken: Diese Vereinbarung gilt nur "solange ÖIAG kein Veto gegen Kapitalerhöhungen ausübt", wie mit der Veröffentlichung der Angebotsunterlagen heute bekannt wurde.

Im Gegensatz zur ÖIAG wollen Carlos Slim und seine America Movil bei der bis 2015 geplanten Kapitalerhöhung die Bezugrechte entsprechend der bestehenden Beteiligungshöhe ausüben. Darüber hinaus könnte Slim "jene Aktien aufgreifen, für die das Bezugsrecht der übrigen Aktionäre nicht ausgeübt wurde". Slim hält derzeit 26,8 Prozent der Telekom-Austria, die Staatsholding ÖIAG 28,4 Prozent. Es wird erwartet, dass Slim mit dem Übernahmeangebot und der Kapitalerhöhung an der ÖIAG vorbeizieht. (APA, 15.5. 2014)

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