El Niño hat mehr positive als negative Effekte auf die Landwirtschaft

15. Mai 2014, 13:32
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Forscher untersuchten die Auswirkungen von El Niño- und La Niña-Ereignissen auf globale Ernteerträge

Tokio - Das unregelmäßig meist in Abständen zwischen zwei und sieben Jahren auftretende Klimaphänomen, bei dem sich der Pazifische Ozean in Äquatornähe ungewöhnlich stark erwärmt, und sein meist darauf folgendes Gegenstück sorgen immer wieder weltweit für extreme Wetterereignisse: die Rede ist von El Niño und La Niña.

Forscher untersuchten nun deren Auswirkungen auf die Landwirtschaft in globaler Perspektive. Das Ergebnis: Rund ein Drittel der weltweiten Anbauflächen profitieren von El Niño, auf 22 bis 24 Prozent der Agrargebiete wirke er sich hingegen negativ auf die Ernte aus, berichtet ein Team um den Japaner Toshichika Iizumi im Fachmagazin "Nature Communications". Die Effekte von La Niña seien deutlich mehr negativ als positiv.

Ein Drittel der Anbauflächen profitiert

Die Forscher legten erstmals eine Weltkarte vor, die Auswirkungen von El Niño- und La Niña-Ereignissen auf die globalen Ernteerträge von Mais, Reis, Weizen und Sojabohnen zwischen 1984 bis 2004 aufzeigt.  Demnach hatten El Niño-Ereignisse beispielsweise negative Folgen für den Maisanbau im Südosten der USA, in China, im Osten und Westen Afrikas und in Indonesien.

Auch die Erträge bei Sojabohnen in Indien und in Teilen Chinas litten darunter. Dagegen würden etwa Maisbauern in Brasilien und Argentinien bessere Ernten durch El Niño einfahren. Insgesamt sorge das Klimaphänomen auf bis zu 30 bis 36 Prozent der weltweiten Anbauflächen für höhere Ernteerträge und habe damit auf mehr Agrargebieten positive als negative Effekte. Bei La Niña-Ereignissen fielen die Ernten nach Studienangaben auf neun bis 13 Prozent der Agrarfläche geringer und bei zwei bis vier Prozent höher aus. 

Klimaphänomene nutzen

Bis 2050 werde die weltweite Nachfrage nach Mais, Reis, Weizen und Sojabohnen voraussichtlich um 100 bis 110 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 steigen, schreiben die Autoren. Entsprechend müsse die globale Produktion in den kommenden vier Jahrzehnten um jährlich 2,2 bis 2,4 Prozent zulegen.

Um dieses Ziel zu erreichen, sei es wichtig, die Auswirkungen der Klimaphänomene zu kennen und zu nutzen: So könnten beispielsweise der Zeitpunkt der Aussaat oder die Art des angebauten Getreides entsprechend angepasst werden. Wie sich die beiden Phänomene regional auf Ernteerträge auswirken, war bereits Gegenstand von Untersuchungen, nicht aber die globalen Folgen. (APA/red, derStandard.at, 15.5.2014)

  • El Niño-Auswirkungen auf Maiserträge nach Farben: Dunkelgrün: deutlich positive Effekte. Rot: deutlich negative Effekte. Hellgrün: eher positive Effekte. Orange: eher negative Effekte.
    foto: toshichika iizumi

    El Niño-Auswirkungen auf Maiserträge nach Farben: Dunkelgrün: deutlich positive Effekte. Rot: deutlich negative Effekte. Hellgrün: eher positive Effekte. Orange: eher negative Effekte.

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