Innenministerium plant Cybersicherheitsgesetz

15. Mai 2014, 12:35
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Behörden und Unternehmen intensivieren Datenaustausch zu Hackerangriffen

Rund eine Million Hackerangriffe gibt es jährlich in Österreich. Deshalb verstärken die Behörden und Unternehmen ihre Zusammenarbeit und den Datenaustausch in Sachen Computersicherheit weiter. Das ist am Mittwochabend vor dem Beginn des "Cyber Security Summit" in der Telekom-Austria-Zentrale in Wien bekanntgegeben worden. Das Innenministerium plant unter anderem ein eigenes Cybersicherheitsgesetz.

Gipfeltreffen in der Telekom-Zentrale

"Cybersicherheit betrifft uns alle", sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Das Thema beschäftige Behörden, Unternehmen und auch die gesamte Bevölkerung. Daher sei vom Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) vor einem Jahr das Cybersecurity-Forum gegründet worden. Bei dem Gipfeltreffen in der Telekom-Zentrale gehe es darum, die nächsten Schritte vorzulegen.

Im Herbst ist ein großer Praxistest vorgesehen. Im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung werde außerdem ein Cyber Security Center zur Eindämmung der Computerkriminalität aufgebaut, berichtete Mikl-Leitner. "Endpunkt ist ein Cybersicherheitsgesetz, das so formuliert ist, dass uns die Technik nicht wieder permanent überholt."

Neben der Telekom Austria zählen zum Cybersecurity-Forum derzeit auch das Bundesrechenzentrum, Austria Power Grid, der Flughafen Wien, die Österreichischen Lotterien, Siemens, Raiffeisen Informatik und die Erste Bank. Diese Unternehmen arbeiten über das KSÖ in Sachen IT-Sicherheit eng zusammen, erläuterte KSÖ-Präsident Erwin Hameseder. "Das ist ein mutiger Schritt", sagte er, bei der gegenseitigen Offenlegung von sensiblen Daten seien aber noch Präzisierungen notwendig. Der Raiffeisen-Banker betonte jedoch, dass ein Austausch auf Augenhöhe wichtig sei.

Früherkennung und Prävention von Hackerangriffen

Entscheidend sind laut Hameseder in erster Linie Früherkennung und Prävention von Hackerangriffen. Als Beispiel für die Herausforderungen nannte er ein einzelnes Unternehmen, bei dem innerhalb eines halben Jahres rund 30.000 Cyberangriffe registriert und abgeblockt wurden. Etwa 700 Milliarden Euro Schaden würde weltweit pro Jahr durch Computerkriminalität entstehen. Die Dunkelziffer sei allerdings noch viel höher. Oft gehe es darum, "Identitäten abzusaugen" oder IT-Systeme zu zerstören, so Hameseder. Unternehmen machen sich das Wissen von Hackern aber auch zunutze und bieten diesen Jobs im Cybersecurity-Bereich an.

In Österreich müsse man mit rund einer Million Hackerangriffen pro Jahr rechnen, sagte Telekom-Chef Hannes Ametsreiter. Diese seien sehr unterschiedlich und die Tendenz stark steigend. Auch angekündigte Attacken von bestimmten Gruppierungen gebe es immer wieder. "Alleine lassen sich diese Probleme nicht lösen", plädierte Ametsreiter für verstärkte Zusammenarbeit und gemeinsame Konzepte. "Sich zusammensetzten, Guidelines definieren und Daten offenlegen kostet nichts", hielt der Firmenchef fest. (APA, 15.5. 2014)

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