Dietrich Mateschitz wird 70 Jahre alt

15. Mai 2014, 12:24
50 Postings

Mit dem Grand Prix kehrt der Red-Bull-Boss zurück zu seinen steirischen Wurzeln. In seinem Unternehmen hat er immer noch alle Fäden in der Hand

Salzburg - Auch mit 70 Jahren strotzt Dietrich Mateschitz nur so vor Energie. Im Jahr seines runden Geburtstages hat der reichste Mann Österreichs seinen Landsleuten ein kleines Geschenk gemacht: Mit dem Grand Prix von Österreich kehrt in einem Monat die Formel 1 in die Steiermark zurück. Für Mateschitz ist es eine Rückkehr zu den Wurzeln, stammt er doch selbst aus dem kleinen St. Marein im Mürztal.

Von dort aus hat Mateschitz die Getränkewelt erobert. Vor 30 Jahren gründete der Marketingexperte mit thailändischen Geschäftspartnern Red Bull. Mittlerweile führt ihn das US-Magazin Forbes mit einem Vermögen von 9,2 Mrd. Dollar (6,7 Mrd. Euro) auf der weltweiten Liste der Superreichen auf Rang 136. Längst hat sich Mateschitz ein Medien-, Immobilien- und Sport-Imperium aufgebaut.

Dabei hatte alles ganz klein begonnen. Auf der Wiener Hochschule für Welthandel, der heutigen Wirtschaftsuniversität, studierte Mateschitz einst Betriebswirtschaft. "Zwei, drei Jahre länger, als ich vielleicht hätte müssen", sagte der Multimilliardär einmal. Schon in der Schule war der Sohn zweier Lehrer nicht durch überragende Noten aufgefallen. Er spezialisierte sich auf Marketing, war nach seinem Abschluss für Unilever, Jacobs Kaffee und Blendax tätig.

Blendax

Bei Blendax stieg Mateschitz bis zum Marketingdirektor auf. Auf einer seiner Dienstreisen für den deutschen Zahnpasta-Hersteller war es auch, als er erstmals mit "Krating Daeng", auf Englisch "Red Bull", in Berührung kam. Das aufputschende Getränk half ihm, den Jetlag zu überstehen. An der Bar des Hotels Mandarin in Hongkong hatte Mateschitz die Idee, die in Asien bereits bekannten Energydrinks auch in Europa auf den Markt zu bringen.

Der gut bezahlte Job bei Blendax war schnell gekündigt, im Salzburger Hinterland tüftelte Mateschitz nach der Gründung der Red Bull GmbH 1984 an seiner Idee. Die thailändische Familie Yoovidhya, erster Produzent von "Krating Daeng", ist bis heute mit 51 Prozent Mehrheitseigentümer des Unternehmens, mischt sich operativ aber nicht ein. Solange Red Bull gute Gewinne schreibt, darf Mateschitz schalten und walten.

Das tut er auch mit 70 Jahren noch. Zwar gönnt sich Mateschitz längst eine Drei-Tage-Woche, die wichtigen Entscheidungen trifft er aber alle selbst. Als möglicher Nachfolger wird sein Sohn Mark Gerhardter aufgebaut. Der 22-Jährige entstammt einer früheren Beziehung von Mateschitz und ist in einigen Bereichen bereits ins Firmengeflecht eingebunden.

Sport

Lieber als über Unternehmenszahlen spricht Mateschitz über Sport. Er tut es auf eine sehr gewinnende Art und Weise. TV-Interviews gibt der bekennende Jeansträger aber weiterhin nicht. Dabei nennt "Mr. Red Bull" mit ServusTV längst auch einen Fernsehsender sein Eigen. In den Mittelpunkt stellt Mateschitz nie sich selbst, sondern höchstens sein Produkt.

Begleitet wird Mateschitz bei öffentlichen Auftritten in den vergangenen Jahren stets von seiner Langzeit-Freundin Marion Feichtner. Zuletzt war er in Salzburg und Leipzig sogar immer öfter im Fußball-Stadion anzutreffen - vor Jahren noch undenkbar. Seine große Passion aber gilt dem Flug- und dem Motorsport. Aus diesem Bereich kommen mit Motocross-Legende Heinz Kinigadner oder Helmut Marko auch viele seiner engsten Vertrauten.

Von Marko lässt sich Mateschitz nach jedem Formel-1-Training informieren. Immerhin ist Red Bull dort vierfacher Weltmeister. Mit dem Heim-Grand-Prix erfüllt sich Mateschitz einen weiteren Traum. Er versteht das Rennen als Impuls für eine Region, die besonders unter dem Niedergang der Schwerindustrie gelitten hat. Mit dem "Projekt Spielberg" soll das Murtal nicht nur für ein Wochenende, sondern das ganze Jahr über belebt werden.

Mateschitz selbst ist mittlerweile in Salzburg verwurzelt, lebt dort in einer Villa im noblen Stadtteil Nonntal. Vor seinem 70. Geburtstag kommenden Dienstag verabschiedet er sich allerdings in eine ungenannte Urlaubsdestination. Auswahl hat er genug, besitzt er doch unter anderem eine eigene Insel auf den Fidschis. Freiheit war für den Ehegegner immer schon eine Triebfeder - auch für die Firmengründung, die vor 30 Jahren seine Welt verändert hat. (APA, 15.5.2014)

  • Happy Birthday.
    foto: apa/barbara gindl

    Happy Birthday.

  • Artikelbild
    grafik: apa
Share if you care.