Rauchstopp: Schon Zigaretten-Reduktion ist der erste Schritt

15. Mai 2014, 12:06
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Kontrolliertes Rauchen sei zwar schwieriger als ein völliger Stopp, aber oft der beste Anfang - so Experten vom Nikotininstitut Wien

Es muss nicht sofort der völlige Rauchstopp sein. Schon die Reduktion des täglichen Zigarettenkonsums ist oft ein erster Schritt zur Beendigung der "Raucherkarriere". Dies betonten Ernest Groman und Astrid Tröstl vom Nikotinstitut Wien bei der Präsentation des Ratgebers "Rauchfrei in 5 Wochen".

Kontrolliertes Rauchen schwierig

Das Nikotininstitut hat mit seinem Rauchstopp-Programm in rund 15 Jahren Erfahrungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern gesammelt. "Etwa die Hälfte sind Frauen. Das Durchschnittsalter beträgt rund 45 Jahre", sagte Astrid Tröstl. Ein Drittel der Raucher will damit aufhören oder zumindest den Zigarettenkonsum reduzieren, betonte Groman.

Die Teilnehmer an dem Programm weisen im Durchschnitt eine mittelschwere Nikotinabhängigkeit auf. Der tägliche Zigarettenkonsum liegt bei im Durchschnitt rund 23 Stück. Über alle knapp mehr als 5.000 Probanden hinweg reduzierte sich die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten auf durchschnittlich neun Stück.

Damit werde aber auch klar, dass nicht unbedingt der totale Verzicht auf Zigaretten das allein Ausschlag gebende Ziel sein muss, betonten die Experten. "Die Mehrzahl will den Zigarettenkonsum reduzieren. Aber wenn jemand erfolgreich reduziert, hört er später unter Umständen auch auf", schilderte Groman seine Erfahrungen. Insgesamt sei aber wohl "kontrolliertes Rauchen" schwieriger zu realisieren als ein völliger Stopp.

Viele Hilfsmittel

Oft sind in der Rauchertherapie auch Hilfsmittel notwendig. Am beliebtesten sind dabei Nikotinpflaster, erst danach kommen Tabletten. Keine Langzeiterfahrungen gibt es mit E-Zigaretten oder ähnlichen Produkten. Sie unterliegen in der EU bisher auch keinen Regelungen in Sachen Inhaltsstoffe, Dosierung, Abgabemodalitäten etc. Dies sei verwunderlich, betonte der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze.

Dennoch sei nach wie vor die gefährlichste Art, sich Nikotin zuzuführen, die Zigarette. Bei den gesundheitspolitischen Maßnahmen sei einzig und allein die Preispolitik bei den Zigaretten wissenschaftlich als wirksames Mittel zur Verringerung des Tabakkonsums belegt. Alle Details samt der üblichen "Ausreden" der Raucher lassen sich in dem Informationsband nachlesen - vielleicht auch das ein erster Schritt in eine rauchfreie Zukunft. (APA, derStandard.at, 15.5.2014)

Das Buch:

Ernest Groman, Astrid Tröstl: "Rauchfrei in 5 Wochen". Springer Verlag, 161 Seiten, 20,55 Euro.

  • "Die Mehrzahl will den Zigarettenkonsum reduzieren. Aber wenn jemand erfolgreich reduziert, hört er später unter Umständen auch auf", sagt Experte Ernest Groman.
    foto: apa/dpa/franziska kraufmann

    "Die Mehrzahl will den Zigarettenkonsum reduzieren. Aber wenn jemand erfolgreich reduziert, hört er später unter Umständen auch auf", sagt Experte Ernest Groman.

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